Mit einem christlich-jüdischen Gottesdienst hat die Landessynode der evangelischen Nordkirche ihre 19. Tagung in Lübeck-Travemünde begonnen. Im Mittelpunkt des Gottesdienstes in der St. Lorenzkirche standen Krieg und Terror im Nahen Osten, das Leid der Menschen in Israel und in Gaza, der wachsende Antisemitismus und die Sorge vor einer tiefen Spaltung der Gesellschaft hierzulande. Die Predigt hielt Landesrabbiner Yuriy Kadnykov (Mecklenburg-Vorpommern).
Der Landesrabbiner sprach über den 669 Mal in der hebräischen Bibel erwähnten Wiederaufbau Jerusalems. Dieser symbolisiere mehr als nur die Wiederherstellung physischer Strukturen. „Es ist die Erfüllung der Prophezeiungen. Es geht um die Erneuerung des Glaubens, der Hoffnung und der Gemeinschaft.“ Der Wiederaufbau sei für viele ein Akt des Glaubens, der zeige, „dass trotz aller Zerstörung die Hoffnung nie stirbt.“
Landesrabbiner Yuriy Kadnykov: „Unsere Aufgabe ist es, spirituelle Unterstützung zu leisten“
In der heutigen Welt gebe es „viele Jerusalems'“, sagte Kadnykov und meinte damit Gemeinschaften, die durch Konflikte, Naturkatastrophen oder andere Krisen zerstört wurden. „Unsere Aufgabe ist es, nicht nur materielle, sondern auch spirituelle und soziale Unterstützung zu leisten.“ Gemeinsam mit dem Bischofsrat bekundete die Landessynode ihre Solidarität mit den jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern. „Aus der Geschichte erwächst unserem Volk eine besondere Verantwortung für unsere jüdischen Mitbürger:innen und für den Staat Israel als sicheren Zufluchtsort“, sagte Präses Ulrike Hillmann. Das dürfe nicht in Vergessenheit geraten.Ausdrücklich wurde das Bestreben der Landesregierung Schleswig-Holsteins unterstützt, den Schutz jüdischen Lebens in die Verfassung mit aufzunehmen, so wie es in Hamburg seit Anfang 2023 schon der Fall ist. Die Nordkirche wünsche, dass Mecklenburg-Vorpommern diesem Bestreben folgt.Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
