Umfrage: Viele Mütter fühlen sich finanziell stark belastet

Unter den wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Kriegs müssen Mütter offenbar mehr leiden als der Rest der Bevölkerung. Auch mit dem Krisenmanagement sind sie unzufriedener.

Mütter fühlen nach eigener Aussage die Folgen des Kriegs besonders stark (Symbolbild)
Mütter fühlen nach eigener Aussage die Folgen des Kriegs besonders stark (Symbolbild)imago stock&people

Mütter leiden unter den wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Kriegs offenbar besonders stark. Frauen mit Kindern würden derzeit finanziell deutlich stärker belastet als andere Bevölkerungsgruppen, wie die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf mit Verweis auf ihre jüngste Erwerbspersonenbefragung mitteilte. 40 Prozent der Mütter berichteten demnach von starken finanziellen Belastungen, im Durchschnitt aller Befragten taten dies 27 Prozent. Die von der Bundesregierung angekündigte Kindergrundsicherung sei deshalb ein wichtiger Schritt.

„Die befragten erwerbstätigen oder arbeitsuchenden Mütter sind deutlich unzufriedener mit dem Krisenmanagement als der Rest der Bevölkerung“, sagte die wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, Bettina Kohlrausch. Die Politik habe lange ignoriert, dass in der Gesellschaft nicht nur Erwerbsarbeit, sondern auch Sorgearbeit geleistet werden müsse – und die bleibe hauptsächlich Sache der Frauen.

Kritisch gegenüber der Regierung

Der Anteil der Mütter, die sich insgesamt stark belastet fühlten, sei zwar im Vergleich zum Beginn der Corona-Krise gesunken. Er lag der Umfrage zufolge im November 2022 aber immer noch bei knapp 30 Prozent – und damit höher als bei allen anderen Gruppen. Im Durchschnitt aller Befragten waren es zum gleichen Zeitpunkt rund 22 Prozent.

Im Laufe des vergangenen Jahres ist den Angaben zufolge zudem der Anteil der Mütter gestiegen, die der Regierungspolitik kritisch gegenüberstehen. Während im Oktober 2021 gut 16 Prozent sagten, sie hätten „überhaupt kein Vertrauen“ in die Bundesregierung, waren es gut ein Jahr später 34 Prozent der befragten Mütter.

Für die aktuelle Welle der Befragung wurden im vergangenen November rund 5.100 Erwerbstätige und Arbeitsuchende zu ihrer Lebenssituation befragt. Dieselben Personen waren seit Frühjahr 2020 mehrmals interviewt worden.