Der bayerische Landesbischof Christian Kopp hat seinen Amtsvorgänger Heinrich Bedford-Strohm gegen Kritik von Missbrauchs-Betroffenen in Schutz genommen. Bedford-Strohm habe die Aufklärung und Aufarbeitung von sexueller Gewalt in der evangelischen Kirche „zu einem wichtigen Arbeitsthema“ seiner Amtszeit in Bayern und auf der Ebene der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gemacht, sagte Kopp in der Sendung „Stationen“ im BR-Fernsehen. Zwar hätten manche Dinge auch schneller gehen können, er sehe bei Bedford-Strohm aber „keinerlei Versäumnisse“.
Missbrauchs-Betroffene sehen das nicht ganz so. In dem Beitrag kommt auch der Betroffenenvertreter im Beteiligungsforum in der EKD, Detlev Zander, zu Wort. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) sei bei Aufklärung und Aufarbeitung „ganz, ganz schwer hinterher“, sagte Zander. Er werfe Bedford-Strohm vor, dass dieser auf landeskirchlicher Ebene „einfach nichts gemacht“ habe, weil es ihm „nicht wichtig“ gewesen sei, erläuterte Zander: „Eigentlich müsste er in Sack und Asche gehen – und wenn es nötig ist, auch in seinen Ämtern zurücktreten. Fertig. Das geht nicht anders.“
