Kirchentag will für Opfer von Manchester beten

„Wir alle können mitfühlen“, sagt der EKD-Vorsitzende Bedford-Strohm. Beim Kirchentag in Berlin soll der Opfer gedacht werden. Die Sicherheitslage habe sich aber nicht verändert.

© epd-bild / Jens Schulze

Hannover/Manchester. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat entsetzt auf den Anschlag im britischen Manchester reagiert. Er bete für die Opfer und ihre Angehörigen, erklärte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, am Dienstag in Hannover: "Wir alle können mitfühlen und ahnen, was es heißt, einen Sohn oder eine Tochter zu verlieren".
Auf dem an diesem Mittwoch in Berlin und Wittenberg beginnenden evangelischen Kirchentag werde man in den kommenden Tagen in Gedanken und Gebeten mit den Menschen in Manchester verbunden sein, fügte Bedford-Strohm hinzu, der auch bayerischer Landesbischof ist. "Ich bin entsetzt über diesen Anschlag. Junge Menschen haben ein Konzert besucht. Sie haben gesungen und gefeiert. Und wurden dann Opfer einer brutalen Gewalttat", betonte der Theologe.
Auch der hannoversche Landesbischof Ralf Meister und die EKD-Auslandsbischöfin Petra Bosse-Huber bekundeten in einer gemeinsamen Stellungnahme ihr Mitgefühl. "Wieder sind wir schockiert und betroffen, wenn wir sprachlos auf den unfassbaren Verlust so vieler junger Menschen durch einen Akt brutaler Gewalt schauen", betonten Meister und Bosse-Huber. Der Landesbischof ist zugleich Co-Vorsitzender der gemeinsamen Meißen Kommission der EKD und der Church of England. Meister und seine Amtskollegin appellierten an die Christen in England, im Engagement für Frieden und Menschlichkeit nicht nachzulassen. "Lassen Sie uns festhalten an unserem Einsatz für eine bessere Welt ohne Gewalt."

Strenge Sicherheitsvorschriften in Berlin

Beim Kirchentag soll in Berlin der Opfer des Anschlags gedacht werden. "Wir werden die schrecklichen Ereignisse von Manchester in den Eröffnungsgottesdienst aufnehmen und für die Opfer beten", sagte Kirchentagssprecherin Sirkka Jendis am Dienstag dem Evangelischen Pressedienst (epd). Bei dem mutmaßlichen Selbstmordattentat nach einem Popkonzert sind nach Polizeiangaben 22 Menschen getötet und mindestens 59 verletzt worden.
Die konkrete Sicherheitslage für den Kirchentag habe sich dadurch nicht geändert, sagte die Sprecherin. Man bereite sich weiter intensiv vor und sei in engem Kontakt mit der Polizei. Zu der Großveranstaltung, die von Mittwoch bis Sonntag in Berlin und Wittenberg stattfindet, werden rund 100.000 Dauerteilnehmer erwartet. Im Vergleich zu frühren Kirchentagen gelten strengere Sicherheitsvorschriften. So wird es bei ausgewählten Veranstaltungen Taschenkontrollen geben.
Auch der anglikanische Bischof von Manchester, David Walker, forderte zum Gebet für die Bürger von Manchester auf. Es sei nicht der erste terroristische Anschlag in der Stadt, "und der jüngste wird uns nicht besiegen", so Walker in einem Tweet.
Der Jüdische Weltkongress forderte nach dem Anschlag mehr Anstrengungen im Kampf gegen den Terrorismus. Die Welt müsse sich dem Terrorismus vereint entgegenstellen und seine Ursachen bekämpfen, erklärte Weltkongress-Präsident Ronald Lauder am Dienstag. Lauder verurteilte die Tat als "verabscheuenswürdig und entsetzlich".

Kinder unter Opfern

Der Jüdische Weltkongress trauere mit den Opfern des Anschlags, "und unsere Herzen empfinden mit den vielen Verwundeten und den Familien, die ihre Geliebten durch diesen widerlichen Terrorakt verloren haben sowie mit dem britischen Volk." Diese Tat werde den Lebensstil der freien Welt nicht verändern, fügte Lauder hinzu.
Wie die britische Polizei bestätigte, wurde der Anschlag am späten Montagabend während eines Konzertes der US-amerikanischen Sängerin Ariana Grande von einem Selbstmordattentäter ausgeübt. Dabei kamen mindestens 22 Konzertbesucher ums Leben. Unter den Opfern waren den Angaben zufolge auch Kinder. (epd)