So reagieren Kirchenvertreter auf das Feuer von Notre-Dame

Trauer, Entsetzen und Solidarität mit Frankreich prägen die Reaktionen auf die Brandkatastrophe, die in der weltberühmten Pariser Kathedrale Notre-Dame schweren Schaden angerichtet hat.

Am 15. April 2019 brannte Notre-Dame Foto: Remi Mathis / Wikimedia Commons
Am 15. April 2019 brannte Notre-Dame Foto: Remi Mathis / Wikimedia Commons

Paris/ Frankfurt a.M. Der verheerende Brand in der Kathedrale Notre-Dame in Paris hat auch in Deutschland Entsetzen ausgelöst. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärte, es tue weh, diese schrecklichen Bilder zu sehen. Notre-Dame sei ein Symbol Frankreichs und der europäischen Kultur, erklärte sie am Montagabend über ihren Regierungssprecher Steffen Seibert via Kurzmitteilungsdienst Twitter.

Ebenfalls im Kurznachrichtendienst schrieb Außenminister Heiko Maas (SPD), die brennende Kirche „trifft auch uns ins Herz“. „Unsere Gedanken sind bei allen Einsatzkräften und unseren französischen Freundinnen und Freunden“, erklärte er.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, nannte die seit dem 12. Jahrhundert errichtete Kirche „so etwas wie die Seele von Paris“. Mit Schrecken und großer Trauer sehe er die Bilder von dem Feuer, schrieb er am späten Montagabend bei Facebook. Der Berliner Erzbischof Heiner Koch erklärte am Abend: „Berlin und Paris verbindet seit 1987 eine enge Freundschaft und Partnerschaft, daher berührt es uns in Berlin besonders, wenn dieses herausragende Wahrzeichen zerstört wird.“

Gedenken im Hamburger Michel

Die Mittagsandacht am Dienstag um 12 Uhr im Hamburger Michel widmet sich dem Brand. Sie wird gemeinsam von Bischöfin Kirsten Fehrs und Hauptpastor Alexander Röder gestaltet. Kirchenmusikdirektor Manuel Gera wird Orgelstücke spielen, die in Notre-Dame entstanden sind.

„Menschen in aller Welt und auch wir hier in Hamburg stehen erschüttert vor der Verwüstung von Frankreichs bedeutendster Kirche“, sagte Bischöfin Fehrs. „Zu Beginn der Karwoche, die ja ohnehin eine Zeit der Trauer ist, wissen wir uns mit den Christinnen und Christen Frankreichs einig in Gedenken und Gebet.“ Hamburgs Erzbischof Stefan Heße bezeichnete die teilweise Zerstörung der Kathedrale als sehr großen Verlust. „Diese Kirche ist ein Symbol des Glaubens weit über Paris hinaus. Seit Jahrhunderten wird in dieser Kathedrale gebetet und Gottesdienst gefeiert.“ Für unzählige Menschen war und sei sie eine geistliche Heimat.

Am Montagabend war im Dach der weltberühmten Kathedrale des Erzbistums Paris ein Feuer ausgebrochen. Der Brand ist nach Angaben der Feuerwehr inzwischen „vollkommen unter Kontrolle“. Wie Medien am Dienstag unter Berufung auf Einsatzkräfte weiter berichteten, gab es am Morgen lediglich noch einzelne Glutnester. Demnach konnten die Grundsubstanz der Kirche sowie die Fassade mit den beiden Haupttürmen gerettet werden. Offenbar ebenso wie wichtige Gemälde, Kunstgegenstände und Reliquien, darunter auch die traditionell verehrte Dornenkrone Jesu. Über 400 Einsatzkräfte waren im Einsatz. Medienberichten zufolge wurde ein Feuerwehrmann schwer verletzt.

Vatikansprecher Alessandro Gisotti nannte die Kathedrale auf Twitter ein Symbol der Christenheit in Frankreich und weltweit. Man sei den Katholiken und allen Menschen in Frankreich nahe. UN-Generalsekretär Antonio Guterres erklärte, er sei geschockt von den Bildern aus Paris. Notre-Dame sei ein einzigartiges Weltererbe. Seine Gedanken seien bei den Franzosen und der französischen Regierung.

Schulter an Schulter

Der Präsident des Jüdischen Weltkongresses, Ronald S. Lauder, sagte in New York, der Weltkongress stehe angesichts der Katastrophe Schulter an Schulter mit den Franzosen und der katholischen Kirche.

Unesco-Generaldirektorin Audrey Azoulay forderte eine schnelle Beurteilung der Schäden. Schon in den ersten Stunden müssten strategisch wichtige Entscheidungen getroffen werden. Die frühgotische Kathedrale Notre-Dame wurde zwischen 1163 und 1345 erbaut. Sie wird jährlich von 12 bis 14 Millionen Menschen besucht. (epd/KNA/tt)