Erstmals will sich das Schwule Museum Berlin in einer Ausstellung ab dem 5. Oktober mit "Sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche im Namen der Emanzipation" beschäftigen. "Wir stellen uns die Frage, wie es sein kann, dass in Kontexten, die für Selbstbestimmung einstehen, sexualisierte Gewalt passiert ist", sagte Kuratorin Birgit Bosold bei einer Präsentation des Ausstellungskonzepts vor Journalisten in Berlin. "Das ist verstörend."
In der Ausstellung sollen Betroffene zu Wort kommen und von ihren Missbrauchserfahrungen berichten. Kritisch will sich die Schau mit der Rolle der "Knabenliebe" in der deutschen Homosexuellenbewegung auseinandersetzen. Auch in der Gründungssatzung des "Schwulen Museums" selbst seien noch bis 2010 "Knabenliebhaber" als "zu würdigende Gruppe" aufgeführt gewesen, sagte Bosold. Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit dem Archiv der Deutschen Jugendbewegung im hessischen Witzenhausen.

