No-Mobbing-Telefon feiert 20. Geburtstag

Der Begriff war gerade erst geprägt, da ging das Angebot an den Start. Heute halten die Ehrenamtlichen auch Vorträge.

Mobbing im Büro (gestelltes Foto). Der erste „Mobbing-Report“ für Deutschland, den die „Sozialforschungsstelle Dortmund“ (SfS) im Auftrag der „Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin“ 2002 erstellte, zeitigte eine ebenso erschreckende wie traurige Bilanz. Demnach wurde jede neunte Person im erwerbsfähigen Alter mindestens einmal im Verlauf ihres Arbeitslebens gemobbt. Bei der Erhebung des Mobbing-Reports litten rund eine Million Menschen unter der Niedertracht am Arbeitsplatz. Auffallend hoch war dabei der Anteil von Frauen, Personen ab Mitte Vierzig sowie kreativen und offenen Zeitgenossen. Der öffentliche Dienst wie auch soziale und kirchliche Organisationen bereiten einen besonders fruchtbaren Nährboden für Intrigen und Neid. Norbert Copray, Direktor der Frankfurter „Fairness-Stiftung“, schätzt, dass durch Mobbing bedingte Produktivitätsrückgänge sowie etwa Kosten für Krankenstände, bei den Firmen mit jährlich rund 40 Milliarden Euro zu Buche schlagen. (Siehe epd-Feature vom 27.5.04)
Mobbing im Büro (gestelltes Foto). Der erste „Mobbing-Report“ für Deutschland, den die „Sozialforschungsstelle Dortmund“ (SfS) im Auftrag der „Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin“ 2002 erstellte, zeitigte eine ebenso erschreckende wie traurige Bilanz. Demnach wurde jede neunte Person im erwerbsfähigen Alter mindestens einmal im Verlauf ihres Arbeitslebens gemobbt. Bei der Erhebung des Mobbing-Reports litten rund eine Million Menschen unter der Niedertracht am Arbeitsplatz. Auffallend hoch war dabei der Anteil von Frauen, Personen ab Mitte Vierzig sowie kreativen und offenen Zeitgenossen. Der öffentliche Dienst wie auch soziale und kirchliche Organisationen bereiten einen besonders fruchtbaren Nährboden für Intrigen und Neid. Norbert Copray, Direktor der Frankfurter „Fairness-Stiftung“, schätzt, dass durch Mobbing bedingte Produktivitätsrückgänge sowie etwa Kosten für Krankenstände, bei den Firmen mit jährlich rund 40 Milliarden Euro zu Buche schlagen. (Siehe epd-Feature vom 27.5.04)© epd-bild / Hanno Gutmann

Lübeck. Seit 20 Jahren berät das No-Mobbing-Telefon der Nordkirche mit Sitz in Lübeck Anrufer, die am Arbeitsplatz schikaniert werden. Durchschnittlich 150 Anrufe aus dem Gebiet der Nordkirche und Niedersachsen bekommen die acht Ehrenamtlichen pro Jahr, teilt der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg mit. Bei Bedarf bieten die Ehrenamtlichen auch Einzelberatung an und referieren in Unternehmen über Mobbing. Unter der Hotline 0451/84040 können Betroffene sich an das Team wenden. Die Erstberatung ist anonym und kostenfrei.

1999 ging das Angebot des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt (KDA) an den Start. Erst kurz zuvor hatte das Phänomen des gezielten Schikanierens von Kollegen oder Mitarbeitern in schwedischen Studien einen Namen bekommen, nämlich Mobbing. Die Arbeitslosenquote bewegte sich damals zwischen neun und elf Prozent, viele Menschen hatten Angst um ihren Arbeitsplatz. Daraufhin taten sich der KDA, Gewerkschaften und Beratungseinrichtungen zusammen und bildeten den Arbeitskreis „No Mobbing“. (epd)