Terror

Kirchen rufen zum Gebet für Opfer von Brüssel auf

Für den EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm ist der Terror Gotteslästerung. Und Hamburgs Bischöfin Fehrs sagt: „Wir lassen uns nicht gegeneinander aufhetzen.“

Hamburg/Berlin. Nach den schweren Anschlägen in Brüssel mit zahlreichen Toten und Verletzten hat sich die Bundesregierung bestürzt gezeigt und zur europäischen Solidarität gegen den Terror aufgerufen. Bundespräsident Joachim Gauck sprach dem belgischen König Philippe am Dienstag seine Anteilnahme aus und verurteilte die Anschläge. Deutschland stehe an der Seite Belgiens. "Gemeinsam werden wir unsere europäischen Werte, Freiheit und Demokratie, verteidigen", schrieb Gauck, der sich zu einem Staatsbesuch in China aufhält.
Die Kirchen riefen zum Gebet für die Opfer auf. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm,  erklärte: "Solche feigen Anschläge sind durch keine Religion zu rechtfertigen: Terror ist Gotteslästerung." Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, zeigte sich "traurig und bestürzt". Seine Gedanken seien bei den Toten, den Verletzten und ihren Angehörigen, erklärte er. In dieser Karwoche werde für sie gebetet.
Die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs sagte: "Terror ist der monströse Gipfel von Kriminalität, egal welche religiösen oder politischen Rechtfertigungen die Täter heranziehen“. Jeder, der Herz und Gewissen habe, blicke "mit Abscheu auf die Anschläge in Brüssel", sagt die Bischöfin bei einem Gottesdienst zum Tag der Kriminalitätsopfer in der Hauptkirche St. Jacobi. "Wir lassen uns nicht gegeneinander aufhetzen. Wir lassen uns nicht ein auf die Agenda der Fanatiker,“ schloss sie.

Papst erfleht das "Geschenk des Friedens"

Papst Franziskus hat die blinde Gewalt der Terroranschläge in Brüssel verurteilt und seine Anteilnahme und Solidarität bekundet. Der Papst "vertraue die Menschen, die ihr Leben verloren haben, der Barmherzigkeit Gottes an" und erflehe von Gott das Geschenk des Friedens, heißt es in einem Kondolenzschreiben an den Erzbischof von Mechelen-Brüssel, Erzbischof Jozef De Kesel. Zudem bete Franziskus für die Familien der Opfer, die Verletzen und die Helfer und erbitte Trost für sie.
In Brüssel sind am Morgen Terroranschläge auf den Flughafen und die Metro verübt worden. Mindestens 30 Menschen starben, mehr als 230 wurden verletzt. Die Zahlen waren offiziell nicht bestätigt. Die belgischen Behörden gehen von einem Selbstmordattentat am Flughafen aus. In der Metro explodierte ein Sprengsatz an der Haltestelle im EU-Viertel. Die Hintergründe sind noch unklar. In Belgien wurde die höchste Alarmstufe ausgerufen. Im Ausland wurden die Sicherheitsmaßnahmen an den Flughäfen verstärkt.

Geistliche leisten Beistand am Flughafen

Die belgischen katholischen Bischöfe haben sich bestürzt über die Anschläge von Brüssel geäußert. Die Bischöfe "teilen den Kummer der Tausende Reisenden und ihrer Familien, der Mitarbeiter im Flugverkehr, der Bürger und der Rettungsdienste", erklärte die Bischofskonferenz des Landes in Brüssel. "Sie empfehlen die Opfer in dieser neuen dramatischen Situation allen zum Gebet." Die Geistlichen auf dem Flughafen seien bereit, allen Betroffenen Beistand zu leisten. (epd)

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