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GIZ begrüßt geplante Reform der Entwicklungspolitik

Konzentration auf bestimmte Regionen und Projekte: Das ist ein guter Ansatz, findet die Entwicklungshilfeorganisation GIZ. Sie muss die neuen Vorgaben aus Berlin umsetzen.

Die staatliche Entwicklungshilfeorganisation GIZ begrüßt die von der Bundesregierung geplante Neuausrichtung der deutschen Entwicklungspolitik und sieht sie zugleich als große Herausforderung. “Die Reform wird uns herausfordern, weil wir uns regional und sektoral anpassen müssen”, sagte Vorstandssprecher Thorsten Schäfer-Gümbel am Montag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Bonn.

Dank der aktuellen strategischen Neuaufstellung sei die GIZ jedoch für die neuen Anforderungen gut gerüstet. Es gehe nun darum, angesichts der krisenhaften Weltlage die Arbeit zu konzentrieren und partnerschaftlicher und strategischer zu arbeiten: “Das sind Dinge, mit denen man bei uns offene Türen einläuft.”

Die Reform sieht regionale Schwerpunkte vor. Die Bekämpfung von Ungleichheit und Armut soll sich künftig verstärkt auf die ärmsten Länder der Welt konzentrieren, die Arbeit zu Flucht und Migration auf die Sahelregion, das Horn von Afrika und Nordafrika.

So kündigte die Bundesregierung an, dass die bilaterale Zusammenarbeit zum Thema Migration und Flüchtlingsarbeit in Lateinamerika und Asien geordnet beendet werde. Das habe auch Konsequenzen für die GIZ, sagte der Vorstandssprecher. “Die GIZ ist ein Bundesunternehmen, wir setzen Aufträge um – welche Aufträge, das entscheidet der Auftraggeber.”

Schäfer-Gümbel begrüßte insgesamt die Reformpläne. “Die strategische Ausrichtung gibt der GIZ und unserer Arbeit nicht nur Rückenwind, sondern macht insgesamt klarer, warum wir das tun: Entwicklungszusammenarbeit ist Sicherheits- und Friedenspolitik! Und das hilft uns allen.” Es sei richtig von der Bundesregierung, “die Themen Werte und Interessenorientierung in eine gute Balance zu bringen”.

Angesichts sinkender Mittel will die Bundesregierung bei Deutschlands Entwicklungszusammenarbeit stärker priorisieren. Das hatte Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) am Montag in Berlin angekündigt.

Die neue Entwicklungspolitik soll demnach künftig unter vier übergeordneten Zielen stehen: Das erste ist der Kampf gegen Hunger, Armut und Ungleichheit auf dem afrikanischen Kontinent. Das zweite ist die Stärkung von Frieden und nachhaltiger Sicherheit inklusive Bekämpfung von Fluchtursachen. Drittes Ziel sind mehr wirtschaftliche Kooperationen mit Ländern des Globalen Südens. Das vierte Ziel sind mehr Allianzen, etwa beim Klimaschutz und der Gesundheitsförderung. Auch zivilgesellschaftliche Partner, darunter kirchliche Organisationen, sollen in ihrer Arbeit gestärkt werden.