Erzbischof Heße erinnert mit Stolperstein an Wilhelmine Camman

Sie wurde 1943 in die Alsterdorfer Anstalten eingewiesen und starb später in Wien: Ein Stolperstein soll in St. Georg an Wilhelmine Camman erinnern.

In bisher keiner anderen Stadt in Bayern sind so viele Stolpersteine in den Boden eingelassen, wie in Wuerzburg (Foto vom 03.03.2021 in der Innenstadt). Die Steine erinnern an deportierte, verschleppte und ermordete Opfer der Nazis – indem sie vor der letzten frei gewaehlten Wohnadresse im Trottoir liegen. Etwa zwei Mal pro Jahr organisiert der Arbeitskreis Wuerzburger Stolpersteine eine Verlegung, gut 600 Steine gibt es dort bereits. Damit gehoert Wuerzburg zu den zehn deutschen Staedten mit den meisten Stolpersteine ueberhaupt. Natuerlich liegen in Grossstaedten wie Berlin (8.765) oder Koeln (2.300) absolut mehr Stolpersteine, gemessen an der Zahl der Einwohner gibt es allerdings in keiner anderen dieser Staedte mehr der kleinen Gedenksteine: Auf etwas mehr als 213 Einwohner kommt in Wuerzburg ein Stolperstein, in Berlin sind es mehr als 418 Einwohner, in Koeln mehr als 472. (Siehe epd-Bericht vom 05.03.2021)
In bisher keiner anderen Stadt in Bayern sind so viele Stolpersteine in den Boden eingelassen, wie in Wuerzburg (Foto vom 03.03.2021 in der Innenstadt). Die Steine erinnern an deportierte, verschleppte und ermordete Opfer der Nazis – indem sie vor der letzten frei gewaehlten Wohnadresse im Trottoir liegen. Etwa zwei Mal pro Jahr organisiert der Arbeitskreis Wuerzburger Stolpersteine eine Verlegung, gut 600 Steine gibt es dort bereits. Damit gehoert Wuerzburg zu den zehn deutschen Staedten mit den meisten Stolpersteine ueberhaupt. Natuerlich liegen in Grossstaedten wie Berlin (8.765) oder Koeln (2.300) absolut mehr Stolpersteine, gemessen an der Zahl der Einwohner gibt es allerdings in keiner anderen dieser Staedte mehr der kleinen Gedenksteine: Auf etwas mehr als 213 Einwohner kommt in Wuerzburg ein Stolperstein, in Berlin sind es mehr als 418 Einwohner, in Koeln mehr als 472. (Siehe epd-Bericht vom 05.03.2021)epd-bild/Daniel Peter

Hamburg. Der katholische Hamburger Erzbischof Stefan Heße übernimmt die Patenschaft für einen an Wilhelmine Camman erinnernden Stolperstein in Hamburg-St. Georg. Der Künstler Gunter Demnig verlegt den Stein am Montag, 24. Oktober, gegen 14 Uhr in der Danziger Straße 6 in Heßes Beisein, wie das Erzbistum Hamburg mitteilt. Die 1885 geborene Camman lebte dort bei der Familie ihrer Schwester, bevor sie 1926 in die Alsterdorfer Anstalten eingewiesen wurde. Am 16. August 1943 wurde sie per Sammeltransport nach Wien in eine Anstalt gebracht, wo sie stark abmagerte und am 10. Juni 1944 infolge „Myocardschwäche und Pneumonie“ starb. Forscher sprachen in Bezug auf die Versorgung der Patienten von „Mord durch Hunger“, so das Erzbistum.

„Stolpersteine erinnern uns inzwischen an so viele Menschen, die im Nationalsozialismus ein schreckliches Schicksal erlitten haben“, sagte Heße. Sie würden zu Bausteinen gegen das Vergessen, so der Erzbischof. Weiter sagte er: „Wir dürfen die Erinnerung an dieses Kapitel der deutschen Geschichte nicht verlieren. Stolpersteine fordern uns auf, für die Würde jedes menschlichen Lebens einzutreten.“ Diese Mahnung sei heute leider wieder notwendiger denn je. Nach Angaben von Peter Hess vom Erinnerungs-Projekt „Stolpersteine in Hamburg“ konnte Demnig durch Patenschaften Hamburger Bürger bisher mehr als 6.400 Stolpersteine verlegen. (epd)