Armut

Diakonie startet Winternotprogramm für Wohnungslose

In zahlreichen Städten im Land stehen Unterkünfte bereit, von Containern bis zu angemieteten Wohnungen. Die Zahl der Obdachlosen steigt.

Ein Obdachloser auf einer Bank

Rendsburg/Flensburg. Das Diakonische Werk Schleswig-Holstein hat das landesweite Winternotprogramm für Wohnungslose gestartet. Es unterstützt sie mit Schlafsäcken, warmer Kleidung und zusätzlichen Notunterkünften. „In der kalten Jahreszeit brauchen Menschen, die auf der Straße leben, unsere ganze Aufmerksamkeit“, sagte Landespastor Heiko Naß bei seinem Besuch des Tagestreffs für wohnungslose Männer in Flensburg. Wer bemerke, dass ein Wohnungsloser sich in einer Notlage befindet, solle die Polizei rufen.

Das Winternotprogramm richtet sich vor allem an Obdachlose, die auf der Straße leben. Sie lehnen es ab, in den bestehenden Notunterkünften zu übernachten. In Kiel stehen für sie wieder drei beheizbare Container bereit, in Husum mietet die Diakonie eine Wohnung an. Auch die diakonischen Notunterkünfte in Lübeck, Neumünster, Flensburg und Rendsburg stehen den Obdachlosen offen. Landesweit verteilen Tagestreffs, Beratungsstellen und Notunterkünfte Schlafsäcke, Kleidung, Socken und festes Schuhwerk. In den Tagestreffs können sich die Wohnungslosen aufwärmen.

Nach Diakonie-Angaben ist die Zahl der Wohnungslosen und von Wohnungslosigkeit bedrohten Menschen gestiegen. 2018 nahmen knapp 7.500 Menschen die Angebote der diakonischen Wohnungslosenhilfe in Anspruch, rund 2.000 mehr als 2014. Brennpunkte sind die kreisfreien Städte Kiel, Lübeck, Flensburg und Neumünster. Aber auch im ländlichen Raum – zum Beispiel in Husum und Heide – gibt es mehr Obdachlose. Das Land fördert das Winternotprogramm mit 20.000 Euro, die Diakonie Stiftung Schleswig-Holstein steuert 10.000 Euro bei. (epd)

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