Man fühlt sich manchmal fast an den Vorabend der Reformation erinnert. Gerade haben die katholischen Bischöfe in Deutschland ihre Frühjahrsvollversammlung in Augsburg beendet. Die Atmosphäre dort scheint zwischen Resignation und kämpferischem Trotz zu schwanken.
Beobachterinnen und Beobachter raunen: Die katholische Kirche steht vor der Spaltung. Man mag das für übertrieben halten. Aber das Flüstern wird lauter, das Brodeln unter der Oberfläche immer heftiger. Das alles zeigt, wie sehr das Verhältnis zwischen dem fernen, aber mächtigen Vatikan und der katholischen Kirche vor Ort, also hier in Deutschland, bis kurz vor dem Zerreißen angespannt ist. Man spürt: Irgendetwas muss in den nächsten Wochen und Monaten passieren.
Die katholische Kirche muss sich ändern
Der Vatikan stößt mittlerweile unverhohlen Drohungen gegen die katholischen Reformbestrebung in Deutschland aus. Zuletzt haben drei hohe Kurienkardinäle unverblümt in die Frühjahrstagung eingegriffen: Sie setzten durch, dass eine geplante Abstimmung zum Synodalen Weg (das ist die offizielle Bezeichnung für die Reformbestrebungen) von der Tagesordnung genommen werden musste. Die Reformbewegung dagegen, darunter längst nicht mehr nur die Laien, sondern die meisten der Bischöfe, wird nicht müde zu betonen: Die katholische Kirche kann nicht bleiben, wie sie ist; sie muss sich ändern.Die Punkte, an denen sich der Synodale Weg reibt und die er ändern möchte, sind vielfältig: Macht- und Gewaltenteilung in der katholischen Kirche. Mehr Einfluss und Mitwirkung für Laien. Die Stellung von Frauen. Sexualmoral.Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

