Rund 70 Prozent der Niedersachsen befürworten ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Laut einer repräsentativen Umfrage zur Nachhaltigkeit spreche sich eine Mehrheit ebenfalls für Maßnahmen zur Klimaanpassung aus, teilte die Leuphana Universität in Lüneburg am Donnerstag mit. Rund 80 Prozent der Befragten fürchteten große ökologische Risiken durch die Verschmutzung der Natur mit Plastik.
Für das sogenannte Transformationsbarometer wurde in Zusammenarbeit mit dem Sozialforschungsinstitut infas die deutsche Wohnbevölkerung ab 18 Jahren zu Veränderungen befragt. Die Umfrage wurde im Rahmen des Forschungsprojekts „Nachhaltigkeitsstrategie Niedersachsen“ im Jahr 2025 an der Leuphana Universität konzipiert, durchgeführt und ausgewertet.
Der Umfrage zufolge sprachen sich die Menschen mehrheitlich dafür aus, dass sich die Bundesregierung und die Wirtschaft zum Thema Nachhaltigkeit mehr engagieren sollten. Nach Ansicht von Projektleiter Professor Harald Heinrich ist die Mehrheit der Bevölkerung bereit für Veränderungen: „aber nur, wenn sie sozial gerecht gestaltet werden und die Politik Orientierung gibt“.
Im bundesweiten Vergleich bewerteten die Niedersachsen die Themen Nachhaltigkeit und Klimaschutz skeptischer, hieß es. Die Mehrheit zeige sich bereit für die von der Politik geplanten Veränderungsprozesse. Dabei stünden die Gesundheitsversorgung, Bildung und öffentliche Sicherheit im Fokus der Befragten. Digitalisierung und künstliche Intelligenz hätten kaum eine Rolle gespielt.
Weniger als die Hälfte sprach sich den Angaben zufolge für einen staatlichen Eingriff in den privaten Alltag aus, die Mehrheit (56 Prozent) lehnte mehr Regulierung ab. Das Vertrauen in Wirtschaft und Politik sei angeschlagen, hieß es. So misstrauten 60 Prozent der Niedersachsen den Marktkräften und 26 Prozent zweifelten an der Demokratie.