Warum unterstützen ausgerechnet viele Christinnen und Christen in den USA Donald Trump? Der Theologe und Evangelikalismus-Experte Thorsten Dietz erklärt im Gespräch mit Gerd-Matthias Hoeffchen, wie evangelikale Frömmigkeit politisiert wurde, warum autoritäre Ordnungsvorstellungen dabei eine Schlüsselrolle spielen – und weshalb er den christlichen Nationalismus als politisch-religiöse Häresie bezeichnet. Anlass ist sein gemeinsam mit Maria Hinsenkamp herausgegebenes neues Buch Christlicher Nationalismus in den USA, das im April erscheint. Dietz arbeitet seit 2022 bei „Fokus Theologie“ in Zürich, der Fachstelle für theologische Erwachsenenbildung der Deutschschweizer Reformierten Kirchen.
Herr Dietz, bevor wir in die aktuelle Politik einsteigen: Was verstehen Sie eigentlich unter „evangelikal“ – und wo verläuft für Sie die Grenze zu fundamentalistisch oder extremistisch
Thorsten Dietz: „Evangelikal“ ist zunächst eine bestimmte Frömmigkeitskultur. Wesentlich sind die persönliche Bekehrung zu Jesus Christus, ein sehr ernstes Bibelverständnis und intensive Gemeinschaft in Gottesdiensten und Kleingruppen. Man unterscheidet stark zwischen den wirklich Gläubigen und der säkularen Welt – nutzt aber durchaus moderne Medien und sucht die Öffentlichkeit.
Früher hätte man gesagt: Fundamentalisten grenzen sich viel schärfer von der Welt ab, halten die Bibel für in allem absolut irrtumslos und lehnen moderne Kultur weitgehend ab. Evangelikale seien stärker auf Jesus konzentriert und kulturell offener. Heute verschwimmt diese Grenze: In den USA haben sehr viele Evangelikale faktisch ein fundamentalistisches Bibelverständnis – sie sind modern im Stil, aber theologisch extrem abgrenzend. Selbstbewusst verstehen sie sich als Bollwerk gegen säkulare Welt und lehnen „die liberale Welt“ entschieden ab.

Was sind für Sie die entscheidenden theologischen Muster, die aus dieser Prägung mehr machen als „fromm, aber unpolitisch“ – hin zu einer strengen Ordnungsideologie?
Ein Schlüssel ist der Wunsch nach absolut klaren Ordnungen. In der Bibel sucht man weniger nach Geschichten und Erfahrungen als nach Regeln: Das ist erlaubt, das ist verboten. Geschlechterrollen sind strikt festgelegt – Mann und Frau, mit klaren Rollenvorschriften. Heiraten und Kinderkriegen gelten nicht als Option, sondern als Auftrag“.
Diese Ordnungsvorstellungen werden als göttlich verstanden – und zwar so, dass sie nicht auf die Gemeinde begrenzt bleiben sollen. Viele sagen: Wenn Menschen anders leben, als diese göttliche Ordnung vorgibt, ist das für die gesamte Gesellschaft schädlich und inakzeptabel. Daraus entsteht eine autoritäre Logik: Gottes Gebote sind nicht nur Lebenshilfe für Gläubige, sondern Blaupause für die gesamte Gesellschaft – von Sexualethik über Reproduktionsrechte bis hin zur Ablehnung von Sterbehilfe.
Damit sind wir schon nah am Stichwort „christlicher Nationalismus“. Wie würden Sie diesen Begriff erklären?
Christlicher Nationalismus ist mehr als konservative Religiosität. Dahinter steht die Vorstellung: Gott hat uns als Volk an einen bestimmten Ort gestellt – Familie, Volk, Nation – und diese Nation soll ausdrücklich christlich geprägt sein. In den USA heißt das sehr konkret: „We must restore America as a Christian Nation.“
Thorsten Dietz: Religionsfreiheit in USA verwurzelt
Nach innen bedeutet das: Die USA sollen keine säkulare, weltanschaulich neutrale Gesellschaft sein, sondern ein christliches Fundament haben. Christliche Werte sollen im Recht, im Bildungswesen und in vielen Lebensbereichen verbindlich gesetzt werden. Eine wirklich plurale Gesellschaft, in der unterschiedliche Überzeugungen gleichberechtigt nebeneinanderstehen, ist in dieser Logik kaum vorgesehen.
Nach außen kommt eine klassische nationalistische Denkfigur hinzu. Wer im Inneren stark in Ordnungen und Hierarchien denkt, argumentiert oft auch international so: Das Recht des Stärkeren erscheint dann fast als göttliche Ordnung. Eine große, „von Gott gesegnete“ Nation soll ihre Interessen durchsetzen können; Völkerrecht und internationale Institutionen werden entsprechend skeptisch betrachtet oder ganz abgelehnt.
Wichtig ist dabei: Es geht nicht um einen Gottesstaat, in dem alle zur Taufe gezwungen würden. Religionsfreiheit ist in den USA tief verankert und wird auch von diesen Gruppen nicht infrage gestellt. Angestrebt wird vielmehr eine christliche Suprematie – eine Vorherrschaft christlicher Ordnungsvorstellungen, eine Art religiöser Aufsichtsrat über Politik und Recht. Muslim oder Hindu darf man theoretisch sein, aber die Gesellschaft soll nach der „christlichen Ordnung“ funktionieren.
Sie haben in Ihrem neuen Buch zwei theologische Trägergruppen des christlichen Nationalismus beschrieben. Welche sind das – und was zeichnet sie aus?
Man kann grob zwei Stränge unterscheiden, die im christlichen Nationalismus zusammenlaufen. Der erste ist ein ultra-calvinistischer, stark reformiert geprägter Flügel. Für ihn stehen die Souveränität Gottes, die Betonung des Gehorsams und die Durchsetzung göttlicher Gebote im öffentlichen Raum im Zentrum. Zu diesem Milieu gehört etwa Pete Hegseth, der als „Kriegsminister“ zu den mächtigsten Politikern der USA zählt. Dahinter steht eine Ordnungsethik, wie man sie aus älteren reformierten Traditionen kennt: Gott hat klare Ordnungen gesetzt, und Kirche wie Politik sollen diese Ordnungen verbindlich durchsetzen – bis hinein in Ehe, Familie, Sexualität und Geschlechterrollen.
Der zweite Strang sind neocharismatische Gruppen. Hier geht es weniger um ausgearbeitete Lehrsysteme als um persönliche Autorität: Propheten und Apostel, die als von Gott berufene Führungsfiguren für Kirche und Gesellschaft auftreten. Ihre Vorstellung ist, dass alle gesellschaftlichen Bereiche – Politik, Recht, Wirtschaft, Medien – von solchen „Gesalbten“ durchdrungen und erobert werden sollen. Das bekannte Bild sind die „sieben Berge“, auf denen Christen die Spitzenpositionen besetzen oder prägen sollen. Donald Trump gilt vielen in dieser Szene als Paradebeispiel: ein weltlicher Führer, den Gott – so sagen es die Propheten – wie einen neuen Kyros berufen habe.
Christlicher Nationalismus entsteht dort, wo diese beiden Logiken verschmelzen: die harte Ordnungsethik der Ultra-Calvinisten und der charismatische Anführerkult um angeblich von Gott erwählte Personen. Trump hat beiden Lagern versprochen, ihre Anliegen politisch durchzusetzen – und viele erleben ihn als denjenigen, der „für unsere Werte kämpft“.
Viele haben anfangs über Trumps religiöse Auftritte gelächelt. Inzwischen wirkt das Bündnis mit christlichen Nationalisten sehr stabil. Wie sehen Sie dieses Verhältnis heute?
Man darf sich von der religiösen Folklore nicht täuschen lassen – von Bibelfotos, Gebeten im Oval Office oder Lobpreis-Events in Mar-a-Lago. Entscheidend ist: In der ersten Reihe der Politik stehen heute viele Akteure, die klar christlich-nationalistisch denken – etwa ultra-konservative Calvinisten oder neocharismatische Akteure mit einem ausgeprägt autoritären Führungsverständnis.
Trump selbst steht theologisch auf erstaunlich dünnem Eis. Aber er erfüllt Erwartungen: Er beruft ultrakonservative Richter, beendet progressive emanzipatorische Projekte, blockiert Abtreibungsrechte und verschärft die Migrationspolitik. Viele sagen: Er mag persönlich nicht vorbildlich leben, aber er setzt unsere Ordnungsvorstellungen durch. Zur Rechtfertigung greift man gern auf biblische Figuren zurück: Gott habe schon immer unperfekte Menschen wie Kyros oder David benutzt – also könne er auch Trump benutzen.
Theologisch wird hier eine harte Trennung vollzogen. Man sagt: Wir suchen keinen Pastor, sondern einen politischen Anführer. Für die Kirche mag Nächstenliebe gelten, in der Politik gehe es um Ordnung und Autorität. Römer 13 wird dabei sehr selektiv gelesen – als Freibrief, staatliche Macht und Hierarchien durchzusetzen. Die Ethik der Feindesliebe und der Barmherzigkeit wird zur innergemeindlichen Folklore; politisch spielt sie kaum noch eine Rolle.
Sie sprechen von einem „dunklen Christentum“. Was meinen Sie damit?
In diesen Milieus ist ständig vom Evangelium die Rede. Es wird gebetet, missioniert und öffentlich „für Jesus Zeugnis gegeben“. Aber die klassischen christlichen Werte, wie sie etwa in der Bergpredigt sichtbar werden – Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Respekt vor der Würde jedes Menschen –, haben für den politischen und sozialen Raum erstaunlich wenig Gewicht.
Nächstenliebe gilt bestenfalls als Ingroup-Wert: In der eigenen Familie, in der eigenen Gemeinde kümmert man sich umeinander. Nach außen dominieren knallharte Interessenpolitik und große Mitleidlosigkeit. Fragen nach sozialer Absicherung, Krankenversicherung oder einer fairen Flüchtlingspolitik gelten schnell als „linke Themen“. Wenn dabei massive soziale Härten oder sogar Todesopfer in Kauf genommen werden, wird das hingenommen – Hauptsache, Ordnung und Souveränität bleiben gewahrt.
Das nenne ich ein dunkles Christentum. Gott erscheint vor allem als absoluter Herrscher, dessen Ordnung durchgesetzt werden muss. Feindesliebe, Barmherzigkeit und Versöhnung treten in den Hintergrund oder werden auf Sonderfälle reduziert. Man kann den Mörder eines prominenten Christen öffentlich vergeben – politisch aber dürfen „die Linken“, „die Woken“, Migranten oder Muslime durchaus verachtet und bekämpft werden. Die Ethik Jesu ist hier weitgehend außer Kraft gesetzt.
In den USA sieht man eine enge Verbindung von „starkem Mann“, harter Männlichkeit, Kampfsportkultur und christlicher Rhetorik. Wie passt diese „kriegerische Maskulinität“ in das Bild des christlichen Nationalismus?
Diese Verbindung passt leider erschreckend gut. Ein gemeinsamer Nenner zwischen konservativ-christlichen Milieus und der extremen Rechten ist der Antifeminismus. Man geht von rigiden Geschlechterbildern aus: Männer sind Anführer und Beschützer, Frauen zuständig für Hilfe, Pflege und Fürsorge. Diese Rollen werden entweder mit der Natur oder direkt mit Gott begründet.
Solche Männlichkeitsbilder werden regelrecht gefeiert – bis hin zu gemeinsamen Besuchen von Mixed-Martial-Arts-Events, bei denen „harte Männer“ öffentlich inszeniert werden. Rechte Bewegungen sind fast immer fasziniert von Stärke und Dominanz, und diese Logik färbt auf alle Bereiche ab: Die USA sollen stark sein, Europa gilt als schwach, das „christliche Abendland“ soll sich durchsetzen. Implizit steckt darin oft auch ein Weißseins-Motiv: Wir, die Weißen mit europäischem Erbe, stehen für Kultur und Zivilisation; andere Kulturen gelten pauschal als unfähig zu Demokratie und Rechtsstaat.
Wie sehr überlagert sich dieses Denken mit dem Evangelikalismus – ist das eine durchgehend rechte Bewegung?
Evangelikalismus war nie von Natur aus deckungsgleich mit rechter Politik. Vor zwanzig oder dreißig Jahren gab es viele moderatere, teilweise sogar progressive evangelikale Stimmen – Menschen, die Gleichberechtigung wichtig fanden, Umweltfragen ernst nahmen oder bei Homosexualität nicht automatisch von „Sünde“ sprachen.
Dietz: Evangelikalismus in USA rückt nach rechts
Die Tragik ist: Viele dieser offen denkenden Evangelikalen sind in den letzten Jahren systematisch aus der Bewegung gedrängt worden. Führungsfiguren, große Medien und erhebliche finanzielle Ressourcen haben den öffentlichen Evangelikalismus in den USA Schritt für Schritt nach rechts und in Richtung Fundamentalismus verschoben. Wer sich für soziale Gerechtigkeit, Klimaschutz oder einen anderen Umgang mit queeren Menschen einsetzte, wurde marginalisiert oder ausgeschlossen.
Das Ergebnis sehen wir heute: Unter weißen Evangelikalen stehen etwa vier Fünftel fest hinter Trump und der aktuellen Linie. Schwarze Evangelikale oder viele Latinos ticken ganz anders – das zeigt, dass evangelikale Frömmigkeit an sich nicht zwangsläufig rechts sein muss. Aber die dominanten Sprecher und Netzwerke haben den Ton gesetzt: autoritär, nationalistisch und hoch anschlussfähig an rechtspopulistische Politik.
Viele Beobachter ziehen Parallelen zwischen der Trump-Ära und den 1930er-Jahren in Europa. Sind solche Vergleiche hilfreich?
Hier ist sorgfältige Differenzierung nötig. Direkte Nazi-Vergleiche sind problematisch, weil sie Gefahr laufen, den einzigartigen Vernichtungswillen und Rassenhass des Nationalsozialismus zu verharmlosen. Der Holocaust – die systematische, industrielle Ermordung von Jüdinnen und Juden und anderen Gruppen – ist historisch singulär und darf nicht zur Metapher für alles Autoritäre werden.
Gleichzeitig wäre es naiv zu behaupten, es gebe keine historischen Reminiszenzen. Wenn Bewegungen autoritär auftreten, Gewalt auf der Straße dulden oder befeuern, die Pressefreiheit einschränken und demokratische Institutionen gezielt schwächen, erinnern viele Elemente durchaus an faschistische Regime wie die von Mussolini oder Franco. Solche frühfaschistischen Anzeichen muss man benennen können, ohne sofort zu sagen: „Das sind wieder die Nazis.“
Blicken wir von den USA nach Europa und nach Deutschland: Wo sehen Sie hier ähnliche Muster?
Man darf das nicht eins zu eins übertragen. Europa ist anders strukturiert, Deutschland hat andere Sicherungen. Aber es gibt Versuche, bestimmte Elemente zu importieren: die Rede vom „christlichen Abendland“, das gegen Islamisierung verteidigt werden müsse; Kampagnen gegen „Gender-Ideologie“ oder Regenbogen-Politik; eine religiös aufgeladene, sehr harte Migrationsrhetorik.
In evangelikalen Milieus gab es lange das Selbstbild der „Stillen im Lande“, denen es vor allem um persönliche Frömmigkeit und Mission ging. In den letzten Jahren beobachten wir aber auch hier, dass manche Akteure nicht mehr nur für sich bestimmte Lebensformen als „göttliche Ordnung“ reklamieren, sondern diese Ordnung für die gesamte Gesellschaft verbindlich machen wollen – etwa bei Abtreibung, Familienbildern oder im Blick auf Muslime. Hier entstehen gefährliche Berührungspunkte zu rechtspopulistischen Bewegungen.
Kirchenleitungen betonen immer wieder, dass völkischer Nationalismus und christlicher Glaube unvereinbar sind. Reicht Ihnen das?
Diese Klarstellungen sind wichtig und kommen nicht zufällig. Sie sind das Ergebnis einer schmerzhaften Lerngeschichte des 20. Jahrhunderts. Die Kirchen haben erkannt, dass es ein Irrweg war, nationale Interessen theologisch zu überhöhen oder religiös zu legitimieren. Heute sagen sie deutlich: Ein Staat muss auf dem Respekt vor der Würde jeder einzelnen Person aufbauen – nicht auf ethnischer Homogenität oder religiös begründeter Ungleichwertigkeit.
Entscheidend ist, dass diese Einsicht nicht nur in kirchlichen Erklärungen stehen bleibt, sondern in der Gemeindepraxis lebendig wird. Sobald Christentum wieder zur Identitätsmarke einer „eigenen Nation“ wird, die sich über andere erhebt, geraten wir theologisch auf Glatteis. Dann braucht es widersprechende Stimmen – im Gottesdienst, in Bildungsarbeit und in der öffentlichen Stellungnahme.
Wo widerspricht der christliche Nationalismus aus Ihrer Sicht dem Evangelium am deutlichsten?
Im Kern widerspricht er der Botschaft von der Gleichwertigkeit aller Menschen vor Gott. Christlicher Nationalismus arbeitet mit einer Logik der Ungleichwertigkeit: Die eigene Nation, die eigene Kultur, teilweise auch die eigene Hautfarbe werden höher bewertet als andere. Das steht quer zu der Überzeugung, dass jeder Mensch Ebenbild Gottes ist – unabhängig von Herkunft, Glauben oder Lebensform.
Hinzu kommt der Bruch mit zentralen ethischen Linien des Evangeliums. Jesus ruft zur Feindesliebe, zur Barmherzigkeit und zur Sorge für die Schwachen. Im christlichen Nationalismus werden diese Motive entweder nach innen verengt – „für die Eigenen“ – oder praktisch suspendiert, sobald es um Politik geht. Wer so argumentiert, mag sich auf die Bibel berufen, setzt aber zentrale Linien der Botschaft Jesu außer Kraft.
Sie haben den christlichen Nationalismus eine „politisch-religiöse Häresie“ genannt. Was folgt daraus für die Kirchen?
Häresie bedeutet eine Verirrung, die den Kern des Glaubens verzerrt. Christlicher Nationalismus ist für mich eine politisch-religiöse Häresie, weil er das Evangelium in eine identitäre Machtideologie umbiegt. Gott wird zum Garanten der eigenen Ordnungsvorstellungen, der eigenen Nation, der eigenen Gruppe.
Für die Kirchen heißt das: Sie dürfen hier nicht neutral bleiben. Nationale Interessen können politisch diskutiert werden, aber sobald sie religiös absolut gesetzt und über andere gestellt werden, müssen Kirchen sagen: Das ist nicht Christentum, sondern eine Verfälschung unseres Glaubens. Und sie müssen immer wieder an den entscheidenden Unterschied erinnern: zwischen dem, was ich aus meinem Glauben heraus für mich für richtig halte – und dem Anspruch, diese Überzeugungen der gesamten Gesellschaft als göttliche Ordnung vorzuschreiben.
Alle großen Kirchen, auch die katholische, haben sich von der Vorstellung verabschiedet, der Staat müsse eine vollständig „christlich“ durchdrungene Gesellschaftsordnung durchsetzen. Diesen Lernweg sollten wir nicht leichtfertig wieder verlassen.
„Christlicher Nationalismus in den USA. Theologische Erkundungen zu Geschichte und Profil einer global einflussreichen Bewegung“
herausgegeben von Thorsten Dietz und Maria Hinsenkamp
erscheint im April 2026 bei Mohr Siebeck
etwa 250 Seiten, 25 Euro
