Motto

So lief die digitale „Nacht der Kirchen“

Live-Talk bei Facebook, Gebetswünsche per Internet und ein Film: Das digitale Angebot war kein vollwertiger Ersatz, sondern eine geeignete Alternative, wie die Macher sagten.

Pastorin Meike Barnahl zündet in der Hauptkirche St. Katharinen Kerzen für Gebetsanliegen an

Hamburg. Unter dem Motto „Berühr‘ den Himmel“ ist die „Nacht der Kirchen“ in Hamburg digital gefeiert worden. Als Leitwort für seine politische Arbeit sei das Motto allerdings nicht geeignet, räumte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) im Film-Interview auf dem Nikolai-Turm ein. „Wir sind schon sehr bodenständig und real in der Politik.“ Der Himmel sei für ihn eher ein Symbol für etwas, was nicht erreichbar ist, das man aber als Ziel im Blick behalten sollte.

Das digitale Angebot in diesem Jahr sei kein vollwertiger Ersatz, sondern aktuell eine geeignete Alternative, sagte Katharinen-Hauptpastorin Ulrike Murmann in einer Live-Schaltung, die in sozialen Medien übertragen wurde. Digitale Formate werde es aller Voraussicht auch im nächsten Jahr geben. Im Mittelpunkt der „Nacht der Kirchen“ sollte allerdings auch künftig die persönliche Begegnung stehen. In den Vorjahren hatten 70.000 bis 80.000 Menschen das ökumenische Fest besucht. Wie groß die Beteiligung in diesem Jahr war, wird noch ausgewertet.

Film im Fokus

Zentraler Programmpunkt war der Film zur „Nacht der Kirchen“. Erzbischof Stefan Heße stellte im katholischen Mariendom das Kolumbarium unter dem Altarraum vor. Angesicht der vielen Blumen sei es ein recht lebendiger Ort, sagte er. Und anders als auf traditionellen Friedhöfen bleibe man hier auch bei Regen trocken. Schon in der Antike hätten die Christen ihre Toten im Untergrund begraben. Im Eingangsbereich sind bereits drei Grabstellen für verstorbene Bischöfe belegt. Für ihn selbst, so Heße, sei auch schon eine Grabstelle reserviert.

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Präsentiert wurde auch das Seemannsheim Altona. Aufgabe der Seemannsmission sei es auch, mit dem Klischee von der romantischen Seefahrt aufzuräumen, sagte Seemannsdiakon Fiete Sturm. Die Arbeit auf See sei ein harter, industrialisierter Job. Viele Seeleute könnten in der Corona-Krise nicht ihre Heimat fliegen, so Sturm. Einige von ihnen seien im Seemannsheim Altona gestrandet. Flughafen-Pastor Björn Kranefuß stellte die Flughafen-Kapelle vor, in der gestresste Reisende zur Ruhe kommen und andere ihre Flugangst bewältigen können. Jeweils am Mittwochmorgen wird hier Gottesdienst gefeiert.

Im Film wurden auch der afrikanische Gospelchor in Borgfelde und das Bienenvolk auf dem Ökumenischen Forum in der Hafencity vorgestellt. Blues gab es in der Hauptkirche St. Katharinen, ein kolumbianischer Tenor sang „Granada“ in der Kirche von Bergedorf, und in der „Kirche der Stille“ wurde eine Meditation begleitet.

Gebetsanliegen via Facebook

Außerdem konnten Facebook-Nutzer unter einem Beitrag der „Nacht der Kirchen“ ihre Gebetswünsche hinterlassen. Für jeden der Wünsche wurde dann in der Hauptkirche St. Katharinen eine Kerze angezündet.(epd)

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