Kieler Kirche will ihren Klapp-Altar retten

Das Wetter hat dem Altar zugesetzt. Die Gemeindepastorin nennt für die Spendenakion ein Ziel.

Der Klappaltar von St. Nikolai ist in Mitleidenschaft gezogen
Der Klappaltar von St. Nikolai ist in Mitleidenschaft gezogenCatharina Volkert

Kiel. Die Kieler Kirchengemeinde St. Nikolai hat eine Spendenaktion für ihren prunkvollen Klappaltar gestartet. Wettereinflüsse im vergangenen Frühling hatten dem Altar von 1460 so stark zugesetzt, dass auf den Tafelgemälden und Schnitzereien die Farbe abgeplatzt ist und das Holz sich verzogen hat. Ziel der Spendenkampagne sind 200.000 Euro, sagt Gemeindepastorin Susanne Hansen.
Das Geld soll in die Restaurierung des Altars fließen, aber auch in die Erstellung eines neuen Klimakonzeptes für die Kirche am Alten Markt. "Der aus dem Mittelalter stammende Altar braucht eigentlich eine unbeheizte Kirche, zugige Fenster und eine hohe Luftfeuchtigkeit", sagte Hansen.

Holz verzogen

Ein Gutachter hatte Malschichtabhebungen auf den Tafelgemälden entdeckt, die den Umfang einer Handfläche aufweisen. Auf den Schnitzereien sind ebenfalls bereits Schäden zu sehen. Das Holz der Altarflügel hat sich durch Temperaturschwankungen verzogen.
St. Nikolai stammt aus dem Jahr 1242 und ist das älteste Gebäude in Kiel. 190.000 Besucher kommen pro Jahr in die Kirche, im Sommer sind es bis zu 400 Besucher in der Stunde. Der Doppelaltar von 1460 beherbergt in seinem Inneren Schnitzereien, die das Leben Jesu darstellen. Außen finden sich Szenen aus dem Alten Testament. (epd)