Die Vorsitzende des Zukunftsrats für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, Julia Jäkel, betrachtet die ARD als „reformwillig, aber nicht wirklich reformfähig“. „Die ARD braucht Leitung. Und Aufgabenteilung. Was zentral ist, soll zentral geregelt werden und Regionales regional“, sagte Jäkel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
Eine nach den Vorschlägen des Zukunftsrats neu zu bildende Anstalt wäre laut Jäkel verantwortlich für alles Bundesweite, das Erste, die Mediatheken und für alle Verwaltungsaufgaben. „Die Landesrundfunkanstalten konzentrieren sich dann auf das Regionale. Wir nennen es organisierte Regionalität“, sagte sie.
Zulasten der Präsenz in den Regionen
Die frühere Vorstandsvorsitzende von Gruner+Jahr begründete den Verzicht auf die Empfehlung zur Fusion von Landesrundfunkanstalten mit der Präsenz vor Ort, diese sei „doch gerade wichtig“. „Außerdem würde der Koordinationsaufwand kaum sinken“, sagte Jäkel und fragte: „Aber ist es notwendig, dass jede Anstalt alles macht? Das ist nicht mehr zeitgemäß.“Der Vizevorsitzende des Zukunftsrats, Peter M. Huber, sagte: „Zurzeit investieren die Landesrundfunkanstalten in der ARD einen erheblichen Teil ihrer Kräfte in ihre nationale Sichtbarkeit und in eine aufwendige Koordination. Das geht zulasten der Präsenz in den Regionen.“ Die neun Landesrundfunkanstalten sollten ihre Kernaufgabe stärker wahrnehmen und weiter dem Ersten und den Mediatheken zuliefern, aber auf Anforderung, argumentierte der ehemalige Bundesverfassungsrichter.Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an
