Jüdischer Friedhof soll Welterbe werden

Nach dem Willen der deutschen Kultusminister soll der Jüdische Friedhof in Altona Weltkulturerbe werden. Eine Entscheidung fällt erst später.

Hamburg/Berlin. Der Jüdische Friedhof in Hamburg-Altona soll Unesco-Weltkulturerbe werden. Die Kultusministerkonferenz (KMK) habe den Antrag als offizielle deutsche Bewerbung für die Unesco-Welterbeliste auf den Weg gebracht, teilte die KMK in Berlin mit. Die Bundesregierung werde die Anträge jetzt an das Welterbezentrum der Unesco in Paris übermitteln. Mit einer Entscheidung über die Aufnahme wird für den Sommer 2018 gerechnet.
Der knapp zwei Hektar große Jüdische Friedhof von 1611 gilt als einer der bedeutendsten der Welt. Rund 6.400 Grabsteine sind hier erhalten. Damals war in Hamburg die größte jüdische Gemeinde Deutschlands ansässig. Dass die Verstorbenen im benachbarten, früher dänischen Altona bestattet wurden, lag an der dort bestehenden Religionsfreiheit.
Der Friedhof ist einer der ältesten portugiesisch-sephardischen Friedhöfe der Welt. Außerdem hat er einen aschkenasischen Teil für deutsche und aus Osteuropa eingewanderte Juden. Dieser Teil umfasst mehr als 5.000 Gräber. Seit 1869 wurde der Friedhof nicht mehr belegt. Erst 1960 wurde er unter Denkmalschutz gestellt. (epd)