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Hilfsorganisation kritisiert mediale Vernachlässigung von Afrika

Als “Nachbarkontinent” wird Afrika gern in Sonntagsreden von Politikern bezeichnet. Tatsächlich bekommt der Kontinent viel zu wenig öffentliche Aufmerksamkeit, folgt man der Analyse der Hilfsorganisation Care.

Die Krisen in Afrika finden nach Ansicht der Hilfsorganisation Care zu wenig Beachtung in den Medien. Zum dritten Mal in Folge belegen ausschließlich afrikanische Länder die ersten zehn Ränge in dem am Mittwoch von Care veröffentlichten Report über humanitäre Katastrophen, die im vergangenen Jahr keine oder kaum Schlagzeilen machten.

An erster Stelle steht Angola. Obwohl das Land reiche Erdöl- und Diamentenvorkommen habe, seien in dem westafrikanischen Land 2,2 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen, so die Hilfsorganisation. Den zweiten Platz belegt die von einem anhaltenden Bürgerkrieg gezeichnete Zentralafrikanische Republik. Auf dem dritten Rang findet sich Madagaskar, das unter den Folgen der Klimakrise leidet. In dem Inselstaat leben mehr als 80 Prozent der Bevölkerung in Armut und müssen mit weniger als 2,15 US-Dollar am Tag auskommen.

Für den Report analysierte Care zusammen mit dem Medienbeobachtungsdienst Meltwater insgesamt 43 humanitäre Krisen, von denen jeweils mindestens eine Million Menschen betroffen sind. Von den insgesamt 5,6 Millionen ausgewerteten Online-Artikeln in den Sprachen Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch und Arabisch handelten demnach 2,7 Millionen Artikel, also nahezu die Hälfte, ausschließlich von dem Konflikt in Gaza.