Hamburg will Kampf gegen Welpen-Mafia aufnehmen

Die jungen Tiere werden in Osteuropa unter schlimmen Bedingungen gehalten und über das Internet zum Verkauf angeboten. Was die Regierungsfraktionen jetzt machen wollen.

Zwei Rottweiler-Welpen hinter einem Zaun
Zwei Rottweiler-Welpen hinter einem Zaun

Hamburg. Die Hamburger Regierungsfraktionen SPD und Grüne wollen künftig gegen illegalen Welpenhandel und anonymen Tierhandel vorgehen. In einem Antrag zur Bürgerschaftssitzung fordern sie unter anderem eine stärkere bundesweite Reglementierung des Handels und die Fortsetzung der Hamburger Öffentlichkeitskampagne gegen illegalen Welpenhandel, wie die SPD-Fraktion mitteilt. Bisher würden Strafen „extrem selten“ verhängt, und die Welpen-Mafia baue ihr Geschäft immer weiter aus.

Beim illegalen Tierhandel würden Hunde und Katzen meist in Osteuropa unter tierschutzwidrigen Bedingungen vermehrt und auf Onlineportalen zum Verkauf angeboten. Die Tiere seien häufig zu jung, nicht geimpft oder entwurmt, Papiere wie der Impfpass seien gefälscht oder nicht vorhanden. Viele Tiere würden zudem Aufputschmittel erhalten, hieß es. Laut EU werden jeden Monat etwa 50.000 Welpen zwischen europäischen Ländern gehandelt.

Kampagne geplant

„In der Corona-Pandemie hat sich der illegale Welpenhandel insbesondere über das Internet verschlimmert“, so Sarah Timmann, tierschutzpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. Eine Informationskampagne, die 2023 weitergeführt werden soll, kläre über Bedingungen beim Kauf von Tieren auf. Zudem fordern die beiden Fraktionen, den Online-Handel besser zu überwachen und Rechtslücken im Tierschutz zu schließen.

Veterinärämter und Polizeidienststellen sollen besser ausgestattet und eine länderübergreifende zentrale Datenbank über bestehende Haltungs- und Verkaufsverbote aufgebaut werden. Der illegale Welpenhandel sei europaweit ein brutales Millionengeschäft und Hamburg „ein zentraler Schauplatz“, so Lisa Maria Otte, tierschutzpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion. Hamburg müsse der Welpen-Mafia das Handwerk legen.

Ein einziger Ring

Seit 2020 wurden der zuständigen Hamburger Polizeidienststelle mindestens 135 schwere Verdachtsfälle gemeldet, die allein auf einen einzigen lokalen Händlerring zurückgehen. Otte: „Für mich ist es unerträglich, dass die kriminellen Machenschaften auf Kosten von kranken und traumatisierten Tieren bisher noch nicht gestoppt werden konnten.“ (epd)