UN-Generalsekretär António Guterres hat die konfrontative Politik der Großmächte kritisiert und zu mehr Kooperation unter den Staaten aufgerufen. Das Recht des Stärkeren habe die Überhand gewonnen, warnte Guterres am Donnerstag zu Beginn seiner Neujahrspressekonferenz in New York.
Das Völkerrecht werde mit Füßen getreten. Die internationale Zusammenarbeit breche auseinander. Multilaterale Institutionen wie die Vereinten Nationen würden an vielen Fronten angegriffen.
„Wenn gefährliche Handlungen nicht angemessen beantwortet werden, destabilisiert sich das System“, unterstrich der UN-Generalsekretär. Straflosigkeit treibe die Konflikte von heute an, sie schüre Eskalationen, verstärke Misstrauen und öffne mächtigen Störern aus allen Richtungen Tür und Tor.
Die Kürzung der Gelder für humanitäre Hilfe löse eine Kettenreaktion aus Verzweiflung, Vertreibung und Tod aus. Globale Probleme ließen sich nicht lösen, indem eine Macht allein das Sagen habe. Guterres warnte davor, die Welt in rivalisierende Einflusssphären aufzuteilen.
Trotz aller Hindernisse setzten sich die UN für Frieden ein. Ein gerechter und nachhaltiger Frieden fuße auf dem Völkerrecht. Guterres nannte in seinen einleitenden Bemerkungen die USA unter Präsident Donald Trump oder Russland unter Staatschef Wladimir nicht beim Namen. Viele Äußerungen des Generalsekretärs zielten laut Mitarbeitern aber auf die beiden Präsidenten.