Persönliche Geschichten, die bewegen

Geschichten aus der Mitte der Gesellschaft

Was brennt einem auf der Seele oder was hat zuletzt Mut und Hoffnung gemacht? In der Reihe „Was mich bewegt“ berichten Kirchenkreismitglieder aus Celle über persönliche Erlebnisse.

Alex Raack hatte die Idee zu dem Projekt. Er wollte auf diese Weise die Menschen kennenlernen, die im Kirchekreis tätig sind.

von Verena Leidig

Celle. Persönlich sind die Geschichten, die auf der Homepage des Kirchenkreises Celle zu lesen sind. In einer lockeren Serie erzählen unterschiedliche Menschen aus Celle und Umgebung, was in ihnen zurzeit vorgeht, was sie traurig oder hoffnungsvoll stimmt. „Was mich bewegt“ heißt die Reihe, die Alex Raack im vergangenen Jahr angestoßen hat. Die Reihe, die in Kooperation mit der Celleschen Zeitung erscheint, ist eines der ersten Projekte des Beauftragten für Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis.

Raack, der seit Anfang Dezember für den Kirchenkreis arbeitet, hat sich umgesehen und erst einmal festgestellt, wie groß der Kirchenkreis ist und wie viele verschiedene Menschen dort leben. „Das fand ich spannend“, sagt der 37-Jährige. Und er wollte die Personen kennenlernen. So wandte er sich mit einem Aufruf an Pastoren und Leiter von Einrichtungen und bat sie darum, ihre Geschichte mit der Öffentlichkeit zu teilen. Dabei ist es den Schreibern selbst überlassen, was und wie sie schreiben. Wer nicht selbst schreiben­ möchte, kann in einem Gespräch mit Raack seine Geschichte erzählen, und er fasst sie in Worte.

Was bewegt Menschen nach Monaten der Einschränkung?

So schreibt etwa Therapeutin Grit Wuttke, dass sie im Laufe des Jahres „zur Pflanze mutiert“ sei, und fragt sich nach Monaten der Einschränkungen: „Wie viel Mensch und Nähe ertrage ich noch?“ Für Pastorin Natascha Keding aus Winsen geht inzwischen ein Selbstverständnis verloren: Sie merke, dass „die gemeinsam geteilte Wirklichkeit, der Grund, auf dem man sich gemeinsam einigermaßen sicher bewegen kann, brüchiger wird“.

Maike Fritze, Geschäftsführerin der Diakonie Südheide, treibt die Frage nach den Arbeitsbedingungen um. „Die Diskussionen um die unterbezahlten, aber wahnsinnig wichtigen Pflegekräfte haben gezeigt, wie viel Mangel diesbezüglich in Deutschland noch herrscht.“ Aber die Krise hat auch Positives hervorgebracht. So freut sich Daniela Brückner von der Bahnhofsmission Celle über die große Hilfsbereitschaft, die sie in 21 Jahren ihrer Arbeit so noch nicht erlebt hat. „Und das macht mir Hoffnung für die Zukunft.“

Ein spannender Querschnitt durch die Gesellschaft

„Im Idealfall bieten wir mit dieser Serie nicht nur ein beeindruckendes Abbild der zahlreichen Tätigkeiten innerhalb des Kirchenkreises, sondern liefern der interessierten Öffentlichkeit auch einen spannenden und sicherlich gesellschaftsabbildenden Querschnitt von dem, was die Menschen in Celle in diesen so unruhigen Zeiten wirklich bewegt“, schrieb Raack in seinem Aufruf.

Und er bekam Rückmeldung. So sind bisher rund 15 Geschichten ganz unterschiedlicher Art in Ich-Perspektive erschienen. Die Texte regen zum Nachdenken über das eigene Ich an. Manche Themen gingen unter die Haut, sagt Raack. Und die meisten Geschichten machen Mut und wecken Hoffnung. Natürlich ist Corona das beherrschende Thema, das keinen loslässt. Doch es gibt auch anderes, was die Menschen in diesem Jahr im Alltag umtreibt.

Alex Raack hat noch viele Pläne

Wenn es wieder möglich ist, will er Podiumsdiskussionen anstoßen mit Leuten, die „über den Tellerrand gucken“. Er selbst ist auch einer, der anderes wagt. Der gebürtige Celler war nach dem Studium und Volontariat viele Jahre Redakteur der Fußball-Zeitschrift „11 Freunde“ und ist seit 2016 freier Journalist. 2018 zog er mit seiner Frau zurück in die Heimat. Jetzt freut er sich auf viele Geschichten aus der Region und möchte die Kirche mehr in das gesellschaftliche Leben einbinden. Und er möchte mehr von den interessanten Geschichten aus den Gemeinden bekannt machen.

Die Reihe „Was mich bewegt“ ist auf www.kirche-celle.de zu finden.

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