Pastor Jasper von Legat

Friedensbeauftragter: Krieg darf nie das letzte Wort haben

Die Ukraine habe ein Recht auf Selbstverteidigung, sagt der Friedensbeauftragte der Bremischen Evangelischen Kirche. Das dürfe kein hohles Recht bleiben.

Bremen. Mit Blick auf den Krieg zwischen Russland und der Ukraine wirbt der Friedensbeauftragte der Bremischen Evangelischen Kirche, Pastor Jasper von Legat, für Friedensverhandlungen. „Auch wenn es Zeiten gibt, in denen die Selbstverteidigung oberstes Gebot ist, Krieg darf nie das letzte Wort haben“, erklärte der Theologe zum Antikriegstag am 1. September. Gerade aufgrund der furchtbaren Kriegsverbrechen Russlands müsse heute schon an morgen und übermorgen gedacht werden: „Krieg ist keine dauerhafte Friedensstrategie.“

Die Ukraine habe ein Recht auf Selbstverteidigung, führte Legat aus. Dieses Recht müsse, damit es kein hohles Recht bleibe, finanziell, wirtschaftlich, politisch und auch militärisch unterstützt werden. „Es gibt kein Szenario, in dem wir nicht schuldig werden, ob nun Waffen geliefert werden oder nicht. Dieses Dilemma müssen wir aushalten. Auch wenn wir dafür eintreten würden, die Waffen zu strecken, hätten wir Menschenleben auf dem Gewissen.“

„Gerechter Frieden“

„Arbeiten wir alle daran, dass die Bomben aufhören zu fliegen und kommende Generationen von Russen und Ukrainern sich irgendwann wieder in einem gerechten Frieden begegnen können“, appellierte der kirchliche Friedensbeauftragte. Von Legat ist auch einer der Erstunterzeichner einer Erklärung, die der Bremer SPD-Europaabgeordnete Joachim Schuster mit initiiert hat und die in eine ähnliche Richtung geht.

„Wir brauchen einen schnellstmöglichen Waffenstillstand als Ausgangspunkt für umfassende Friedensverhandlungen“, heißt es in dem Papier. Die EU und ihre Mitgliedstaaten müssten ihre diplomatischen Anstrengungen für eine Waffenruhe verstärken, fordern die Unterstützerinnen und Unterstützer des Papiers. Dazu müsse der Austausch mit bisher neutralen Ländern wie Indonesien, Indien oder Südafrika, aber auch mit China intensiviert werden, um sie für eine Vermittlerrolle zwischen den Kriegsparteien zu gewinnen. Auch die Vereinten Nationen müssten neue Initiativen starten. (epd)

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