Ausstellung der Malerin Ana Sojor

Frauen mit und ohne Heiligenschein

Mirjam, die tanzende Prophetin, und Judith, die Königin von Saba auf dem Lager mit König Salomo und die heilige Familie. Ana Sojor hat sie auf alte Hölzer gemalt. Zu sehen sind die Bilder in Damshagen bei Wismar.

Saba und Salomon auf einem Gemälde der Malerin Ana Sojor aus Klütz

von Roger Thomas

Klütz. Die Welt hat sich gedreht. Das heilige Gesicht des Lebens ist weiblich. Die Apostel sind nun begleitet von Frauen, den Apostelinnen. Die Frauen bestimmen das Bild. Die Welt ist nicht mehr wie sie war. Eine neue Schöpfung bricht an: Die Frauen der Bibel und die Frauen unserer Tage prägen das Leben, die Politik und die Kirche.
So ergeht es dem, der die kleine Ausstellung von der Malerin Ana Sojor in Damshagen bei Klütz besucht. Ana Sojor malt die Frauen der Bibel: Mirjam, die tanzende Prophetin, Eva, Lilith und Judith, die Königin von Saba auf dem Lager mit König Salomo, und die heilige Familie, Jesus auf dem Schoß einer glücklichen Maria.

Die neue Schöpfung hat ja längst begonnen, schreibt Paulus, aber sie ist wohl zu wenig sicht- und greifbar. Auf alte Hölzer hat Ana Sojor neue Bilder gemalt, heilige Bilder auf Holz, so wie die Ikonenmaler. Am liebsten hat sie Türen. Aber auch anderes, was ihr zufällig begegnet, hat sie gut und sinnvoll bemalt, zum Beispiel hölzerne Brotformen.

Erlösende Geschichte

Ana Sojor hat die Ausstellung „Der leere Stuhl“ genannt. So heißt das Abendmahlsbild, auf dem zahlreiche Männer und Frauen und einige Tiere versammelt sind. Der mittlere Stuhl ist leer. Daneben sitzt ein altes Ehepaar. Ich muss an Isaak und Rebekka denken, denn hinter dem Alten ist ein Baum gewachsen, die „Wurzel Jesse“, die nun den himmlischen Christus trägt. Natürlich geht es um Tod und Leben: Der Baum der erlösenden Geschichte Gottes wächst hindurch durch Todesanzeigen, die Ana Sojor in Italien gesammelt hat.

Die Künstlerin Ana Sojor studierte Malerei bei Harald Duwe und Peter Nagel an der Muthesius-Schule in Kiel und Tanz an der Flamenco- Akademie „Amor de Dios“ in Madrid. Seit 2003 lebt sie in Mecklenburg. Am Marktplatz in Klütz ist ihre Galerie zu finden, die gleichzeitig Atelier und Bühne ist. Hier begegnen sich ihre drei großen Leidenschaften: die Malerei, der Flamenco und das Cello-Spielen.

Keine Öffnungszeiten

Die Ausstellung in Damshagen befindet sich in Räumen einer neu entstehenden Schaubrennerei. Es gibt keine Öffnungszeiten. Wer die Ausstellung ansehen möchte, muss Kontakt mit Ana Sojor aufnehmen, die dann gern die Türen aufschließt. Die Künstlerin sagt: „Eigentlich wollte ich die Bilder nur mal in einem großen Raum an weißen Wänden sehen. In meiner Galerie ist es zu klein.“ Es hat sich gelohnt! Die Bilder brauchen große Räume, um zu strahlen, Kirchen wären gut. Das wünscht sich Ana Sojor: „Ich würde gern in Kirchen ausstellen. Ich würde mich freuen, wenn Kirchengemeinden mich und meine Bilder einladen würden.“

Info
Die Künstlerin Ana Sojor ist zu erreichen unter Telefon 0170/680 38 50 oder per E-Mail an anasojor11@gmail.com sowie auf www.anasojor.com.

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