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EU-Parlamentspräsidentin betont Rolle christlicher Werte

Kirche und EU-Vertreter warnen vor Populismus, Gewalt und Meinung statt Wahrheit in Europa. Für den Frieden brauche es nicht nur Waffen, auch Werte.

Spitzenvertreter von Kirche und EU-Politik haben am Freitag in Luxemburg die Rolle christlicher und universeller Werte für Frieden in Europa und der Welt diskutiert. Die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, betonte, dass der Glaube sowie christliche Grundsätze weiterhin die Gesellschaft leiteten. Elemente der katholischen Lehre wie Menschenwürde, Solidarität und Offenheit spielten eine entscheidende Rolle bei allem, auch beim Streben nach Frieden. Dieser scheine gerade unerreichbarer denn je, so Metsola in einer Videobotschaft.

“Papst Leo XIV. wird ein Untergraben unserer Nachkriegsordnung nicht zulassen. Er fordert die Welt auf, die Saat des Friedens als ein schwieriges, aber realistisches Gut zu pflegen”, sagte sie weiter anlässlich der Konferenz “Peacebuilding in Europa: Welche Rolle für die katholische Soziallehre und universelle Werte?”.

Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin überbrachte schriftliche Grüße von Papst Leo XIV. Es gebe einen großen Widerstand gegen Diskussionen über universelle Werte, die die Religionen zum Gemeinwohl der Gesellschaft beitragen könnten, erklärte der Vatikan zum Thema der Konferenz. Diesem Widerstand liege zugrunde, dass Wahrheit auf Meinung reduziert werde. “Keine Gemeinschaft, geschweige denn ein Kontinent, kann in Frieden leben und gedeihen, ohne gemeinsame Wahrheiten, die ihre Normen und Werte prägen”, schrieb Parolin. Die Soziallehre der Kirche biete eine grenzüberschreitende Plattform für gemeinschaftliche Interessen und Lebensweisen und ermögliche so ein friedliches Zusammenleben.

Luxemburgs Erzbischof Jean-Claude Hollerich kritisierte, in das politische Leben habe sich viel Populismus und eine Banalisierung von Gewalt eingeschlichen. Der Kardinal rief zu mehr “sozialer und politischer Tugend” auf und dazu, mehr über universelle Werte wie Menschenrechte zu sprechen. Waffen alleine könnten Sicherheit nicht garantieren, so der Kardinal. Menschen müssten ihre Freiheit erkämpfen und verteidigen wollen. Weiter sagte er, er bewundere die Menschen in der Ukraine. “Und ich bin mir nicht sicher, ob das in Westeuropa genauso wäre.” Es brauche daher mehr als Waffen, nämlich Mut und Stärke für den Frieden. “Nicht nur die Stärke von Streitkräften, sondern ich rede von moralischer Stärke.”

Ausrichter der Konferenz sind die internationale Stiftung “Centesimus Annus Pro Pontefice”, die katholische EU-Bischofskonferenz Comece sowie die Luxembourg School of Religion & Society.