„Die Lügen der Sieger“ – Ambitionierter investigativer Thriller

In Zusammenarbeit mit filmdienst.

In Zusammenarbeit mit filmdienst.de und der Katholischen Filmkommission gibt die KNA Tipps zu besonderen TV-Filmen:

Der Starreporter eines Nachrichtenmagazins glaubt, einer Enthüllungsgeschichte um die Bundeswehr und deren schändlichen Umgang mit dienstuntauglichen Veteranen auf der Spur zu sein. Zu spät erkennt Fabian Groys (Florian David Fitz), dass er bei seinen Recherchen selbst manipuliert worden ist. Den wahren Skandal, in dem es um Recycling und Giftmüllbeseitigung geht, hat er vor lauter moralischer Empörung nicht erkannt.

Groys ist zuckerkrank und spielsüchtig; er muss sich Insulin spritzen und mitunter auch seinen stylishen Porsche beleihen, um seine Schulden begleichen zu können. Ein Glamour-Boy der Aufklärung. In der Redaktion stellt man ihm die scheinbar unbedarfte Praktikantin Nadja (Lilith Stangenberg) zur Seite. Groys lässt sie herablassend eine abstruse Geschichte nachverfolgen. Die junge Frau beginnt auch brav zu recherchieren, doch ihre Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Bundeswehr-Geschichte mit dem spektakulären Selbstmord eines Veteranen zusammenhängen könnte, der in einer Recyclingfirma arbeitete. Jetzt wittert plötzlich auch Groys eine Riesengeschichte und rückt die Mitarbeiterin machohaft ins zweite Glied.

Ein ambitionierter Paranoia-Thriller von Christoph Hochhäusler aus dem Jahr 2014, der die vertrauten Erzählmuster des Genres durch die Dramaturgie einer „musikalischen Montage“ bis an ihre Grenzen führt. Damit artikuliert der Film das Unbehagen an einer perfiden Verschränkung von Politik, Medien und Öffentlichkeit im digitalen Zeitalter, was zu einer nachhaltigen Verunsicherung führt.