Der Mini-Luther durchbricht die Schallmauer

Playmobil hat vom Mini-Luther jetzt mehr als eine Million Figuren produziert. Für den EKD-Chef Bedford-Strohm ist der kleine Martin viel mehr als „Klimbim“.

Hannover. Martin Luther ist die erfolgreichste Playmobil-Figur. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, freut sich über den Erfolg der kleinen Spielfigur. Inzwischen seien eine Million Figuren produziert worden. Der Playmobil-Luther sei "innerhalb kürzester Zeit zum absoluten Kassenschlager avanciert", sagte Bedford-Strohm in Hannover.
"Wo immer ich in der Welt unterwegs bin – sei es in Südafrika oder Ruanda oder den USA – überall begegnet mir die Playmobil-Figur. Die Figur ist kein Klimbim oder lediglich ein Fan-Artikel, wie manche Kritiker behaupten. Eltern kaufen ihren Kindern diese Figur, weil sie spüren, dass sie mehr zu bieten hat als Darth Vader oder Spiderman", sagte der Theologe.

Figur als Türöffner

Er glaube, dass es bei den Menschen ein Grundinteresse für die Orientierung gibt, für die Martin Luther gestanden habe, fügte Bedford-Strohm hinzu. "Wir brauchen auch heute Menschen, die auf der Basis eines starken Glaubens ihrem Gewissen folgen, für ihre Überzeugungen einstehen und Zivilcourage zeigen. Dafür steht Martin Luther." Die Playmobil-Figur sei ein Türöffner für diese Haltung.
Die Martin-Luther-Figur war im Februar 2015 eine Auftragsproduktion der Nürnberger Tourismuszentrale. Damals dauerte es nur 72 Stunden, bis die erste Auflage von 34.000 Figuren vergriffen war. Playmobil im fränkischen Zirndorf reagierte schnell und ließ allein bis April 2015 weitere 50.000 Mini-Luther-Figuren nachproduzieren. Seitdem wurde regelmäßig nachgeordert, große Bestellungen gingen an evangelische Landeskirchen und Verlage. Die 7,5 Zentimeter große Figur in Mönchskutte, mit Bibel und Feder avancierte zum Werbebotschafter für das Reformationsjubiläum und wurde zum Hit in den Souvenirläden an den historischen Stätten. (epd)