Bedford-Strohm: Weiter mit russisch-orthodoxer Kirche reden

Auch wenn die russisch-orthodoxe Kirche den Krieg gegen die Ukraine unterstützt: Bayerns Landesbischof Bedford-Strohm will weiter mit Vertretern reden. Wo solle sonst eine Perspektive herkommen?

Russisch-orthodoxe Kirche in Moskau (Archivbild)
Russisch-orthodoxe Kirche in Moskau (Archivbild)IMAGO/SNA

Bayerns evangelischer Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm hat sich dagegen ausgesprochen, die Verbindungen zur russisch-orthodoxen Kirche abzubrechen. „Wenn auch noch die Kirchen aufhören miteinander zu reden, ja wo soll denn überhaupt irgendeine Perspektive noch herkommen, die über das rein Militärische hinausgeht?“, gab Bedford-Strohm zu bedenken. Die Führung der russisch-orthodoxen Kirche unterstützt offen den Angriffskrieg Wladimir Putins gegen die Ukraine.

Bedford-Strohm räumte ein, dass er von Anfang an Waffenlieferungen an die Ukraine befürwortet habe. Diese Entscheidung sei ihm nicht leichtgefallen. Aber nie und nimmer könne er unterstützen,Verbindungen der Zivilgesellschaft zu Russland, etwa in Form von Städtepartnerschaften oder entsprechende Verbindungen in sportlicher oder wissenschaftlicher Hinsicht abzubrechen. „Wie soll denn die Perspektive nach dem Krieg aussehen?“

Klar Stellung beziehen

Vor der Vollversammlung des Weltkirchenrats im Sommer 2022 in Karlsruhe habe man sich deshalb auch dafür entschieden, die Vertreter der russisch-orthodoxen Kirche nicht auszuladen. „Wir beziehen aber auch klar Stellung“, betonte Bedford-Strohm, der bei dem Treffen zum Vorsitzenden des Zentralausschusses des Ökumenischen Rats der Kirchen gewählt wurde.

Krieg bedeute immer eine Niederlage, Jesus habe Gewaltfreiheit gewollt, sagte der Kirchenmann. Deswegen könne man auch nie Waffen segnen. „Aber gleichzeitig müssen wir auch sehen, dass es unverantwortlich ist und schlimme Schuld bedeutet, wenn wir Menschen, die Mord schutzlos ausgeliefert sind, ohne wirksamen Schutz lassen“, fügte er hinzu.