Zur Einweihung kam sogar der Bundespräsident

Die Rostocker St. Johannis-Gemeinde hat ihr Chorhaus eingeweiht. Das Fest ließ sich ein prominenter Gast nicht nehmen: der Bundespräsident.

Rostock. Kirchenältester Michael Pracejus ließ sich in seiner Begrüßung der großen Festgemeinde nicht stören, als eine Minute nach Beginn des Gottesdienstes Bundespräsident Joachim Gauck und seine Partnerin Daniela Schadt durch den Seiteneingang in die Kirche kamen. Hier in der Rostocker Johanniskirche waren beide ganz normale Christenmenschen. Die Freude über den aber doch nicht so ganz normalen Besuch zum Einweihungsfest des GemeindeChorHauses war den Rostockern trotzdem anzumerken.
Der ehemalige Rostocker Pastor, Kollege, einer, der mit einer privaten Spende in Höhe von 25.000 Euro das Projekt GemeindeChorHaus unterstützt hatte, traf auf viele Wegbegleiter und Freunde.
Es war ein mit Klang erfülltes Fest, das die Johannisgemeinde feierte: Die Festpredigt hielt Bischof Andreas v. Maltzahn, als Kind und Jugendlicher selbst Sänger in der Johannis-Kantorei. Weil die vielen Sänger der Kantorei nicht alle auf die Empore in der Johanniskirche passten, besetzten sie auch drei Reihen im Kirchenschiff und füllten die Bartning-Kirche von unten und oben mit ihrem Klang.

Gute Akustik

Nach der Predigt zogen alle – unter ihnen auch Oberbürgermeister Roland Methling und der ehemalige Kultusminister Mathias Brodkorb, in das neue Haus, das Bischof v. Maltzahn einweihte. Hier bekam man eine Ahnung von der guten Akustik – der auch das äußere Erscheinungsblid des eingeschossigen Hauses geschuldet ist. Gar als „Kiste“ bezeichnete Architekt Matthias Johannsen aus Hamburg das Haus in seinem Grußwort – einige golden angemalte Steine in der Fassade verhülfen dem Haus „zu Anmut“.
Seit Jahrzehnten gab es den Wunsch nach angemessenen Probenräumen für die größte Kantorei in Mecklenburg-Vorpommern. Rund 400 Kinder, Jugendliche und Erwachsene proben hier regelmäßig, singen in Gottesdiensten und rund 50 Konzerten in hoher Qualität und strahlen seit über einem halben Jahrhundert über die Gemeinde hinaus – sei es bei den alljährlich stattfindenden einwöchigen Wanderungen des Jugendchores durch meist Dorfkirchen oder bei Konzerten des Motettenchores, die bis nach Schweden, Polen und weiter führten. Zu DDR-Zeiten war der Motettenchor der einzige ostdeutsche Kirchenchor, der eine Schallplatte aufnehmen durfte – damals noch unter der Leitung des Begründers der Kantorei, Hartwig Eschenburg. Ihm war es eine besondere Freude, die Einweihung mitzufeiern.

Neubau kostete 1,5 Millionen Euro

Einer wurde besonders geehrt: Der Hochschulprofessor Dr.-Ing.Hans-Günter Eckel. Er habe über all die Jahre als „Motor des Vorhabens“ gewirkt, betonten Kantor Markus Langer und Gemeindepastor Hans-Christian Roettig. Man nenne das Haus schon „Eckelshausen“. Eckel gab den Dank an all die vielen ehrenamtlichen Unterstützer weiter.
Der Neubau kostete 1,5 Millionen Euro, davon gab der Kirchenkreis Mecklenburg 650.000 Euro. Chorsänger und Gemeinde brachten 200.000 Euro Spenden auf, 400.000 Euro kamen von der Reemtsma-Stftung und 150.000 Euro von Stadt und Land.