Zentralratspräsident: Angriff auf Berlin-Touristen „beschämend“

Ein jüdischer Tourist ist am Wochenende in Berlin brutal angegriffen worden. Jetzt äußert sich Zentralratspräsident Josef Schuster – mit klaren Worten.

Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland
Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in DeutschlandImago / Christian Spicker

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat einen mutmaßlich antisemitisch motivierten Angriff auf einen Touristen in Berlin verurteilt. „Diese Attacke ist für eine weltoffene europäische Hauptstadt beschämend“, erklärte Schuster im Kurznachrichtendienst X, ehemals Twitter. In dem Fall prüft der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes bei der angezeigten gefährlichen Körperverletzung eine antisemitistische Tatmotivation.

Zuvor hatte bereits Israels Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, auf demselben Kanal geschrieben: „Ein weiterer Israeli wird in der deutschen Hauptstadt brutal angegriffen. Das ist inakzeptabel!“ Die deutschen Behörden müssten „jede Maßnahme ergreifen, um diese Angriffe sowie die Aufhetzung gegen Israel und Juden zu stoppen, bevor es zu spät ist“.

Angriff in Kreuzberg

Nach Polizeiangaben war der 19 Jahre alte Tourist am Wochenende mit einer Begleiterin auf einer Straße in Kreuzberg unterwegs gewesen und hatte auf Hebräisch telefoniert. Der Mann hatte angegeben, dass dann plötzlich ein Auto angehalten und drei Männer ausgestiegen seien. Einer von ihnen habe den Touristen angesprochen, was er wegen fehlender Deutschkenntnisse nicht verstanden habe.

Unvermittelt habe einer der Männer den Touristen geschlagen, so dass er zu Boden gefallen sei. Auf den am Boden liegenden jungen Mann sollen die drei Männer weiter eingeschlagen und eingetreten haben. Mit seiner unverletzten Begleiterin suchte der 19-Jährige laut Polizei die Rettungsstelle eines Krankenhauses auf. Dort seien leichte Verletzungen ambulant behandelt worden.

Die Bild-Zeitung zitierte den Touristen mit den Worten: „Als sie mit mir fertig waren, sind sie mit ihrem Auto weggefahren und haben laut arabische Musik gehört, regelrecht gefeiert.“ Er sei verprügelt worden, weil er Jude sei.