Zentralrat der Juden alarmiert über Aufwind für AfD

Bei der Landtagswahl hat die AfD ihren Stimmenanteil fast verdoppelt. Das hat den Präsidenten des Zentralrats der Juden alarmiert. Für das Ergebnis hat Josef Schuster eine Erklärung.

Josef Schuster im Haus am Dom in Frankfurt am Main (Foto vom 12.05.2021). Seit vielen Jahren pflegen der Zentralrat der Juden in Deutschland und die Deutsche Bischofskonferenz einen kontinuierlichen und vertrauensvollen Austausch. Erstmals trafen sich jetzt der Praesident des Zentralrates, Josef Schuster, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Baetzing, zu einem Meinungsaustausch. Das Treffen musste im November vergangenen Jahres coronabedingt abgesagt werden. (Siehe epd-Meldung vom 12.05.2021)
Josef Schuster im Haus am Dom in Frankfurt am Main (Foto vom 12.05.2021). Seit vielen Jahren pflegen der Zentralrat der Juden in Deutschland und die Deutsche Bischofskonferenz einen kontinuierlichen und vertrauensvollen Austausch. Erstmals trafen sich jetzt der Praesident des Zentralrates, Josef Schuster, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Baetzing, zu einem Meinungsaustausch. Das Treffen musste im November vergangenen Jahres coronabedingt abgesagt werden. (Siehe epd-Meldung vom 12.05.2021)epd-bild/Tim Wegner

Hannover/Berlin. Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat auf den Wahlerfolg der AfD bei der niedersächsischen Landtagswahl sowie auf den Aufwind für die Partei in Umfragen alarmiert reagiert. „Ich betrachte den erneuten Aufwärtstrend der AfD, aber auch anderer radikaler Bewegungen, die aufgrund der Energiekrise Zulauf bekommen, mit großer Sorge“, sagte Schuster dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“.

„Die aktuelle Entwicklung ist ein wiederholter Beweis dafür, dass Menschen in unsicheren Zeiten Zuflucht bei radikalen Kräften und in vereinfachender Ideologie suchen“, fügte er hinzu. Das zeigten das verdoppelte Wahlergebnisses der AfD in Niedersachsen sowie das Umfragehoch der Brandenburger AfD, die zu den radikalsten Kräften innerhalb der Partei gehöre.


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Die AfD hatte am Sonntag bei der Landtagswahl in Niedersachsen 10,9 Prozent der Wählerstimmen geholt. Fünf Jahre zuvor waren es noch 6,2 Prozent gewesen.

Wenn es darum gehe, Schuldige für Krisen und Probleme zu finden, seien es häufig Jüdinnen und Juden, die als Sündenböcke herhalten müssten, sagte Schuster: „Ich sorge mich vor einem wachsenden Antisemitismus im Winter, sehe aber auch eine Gefahr für unsere Gesellschaft und Demokratie im Ganzen.“ (epd)