Trotz leicht steigender Zahlen bei den Organspenden wirbt Niedersachsens Innenminister Andreas Philippi (SPD) weiter für eine Widerspruchsregelung. Nach Zahlen der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) haben in Deutschland im vergangenen Jahr 985 Menschen nach ihrem Tod Organe gespendet. In der „Region Nord“, zu der neben Niedersachsen und Bremen auch Hamburg und Schleswig-Holstein gehören, waren es 170, wie die Stiftung am Dienstag in Frankfurt am Main mitteilte.
Deutschlandweit waren es demnach 32 mehr als im Jahr 2024 – die Gesamtzahl kletterte damit auf den höchsten Wert seit 2012. Das entspricht 11,8 Organspenderinnen und Organspendern pro eine Million Einwohner, wie das niedersächsische Gesundheitsministerium ausrechnete. In der Nord-Region waren bereits 2023 170 Spendende registriert worden, 2024 aber nur 158. Danach stieg die Zahl wieder.
„Trotz der marginalen Steigerung der Spenden machen wir bei der Organspende-Bereitschaft keine großen Fortschritte“, mahnte Philippi am Dienstag. „Das kostet Menschenleben, die mit mehr Spenderorganen gerettet werden könnten.“ Mit der bisher geltenden Zustimmungslösung seien keine Fortschritte erzielt worden.
Die DSO verwies darauf, dass noch immer fast 8.200 Menschen in Deutschland auf ein Spenderorgan warteten. Philippi sagte: „Aus beruflicher Erfahrung als Arzt und aus dem privaten Erleben weiß ich, in was für einer schwierigen Situation sich Menschen befinden, die auf ein Spenderorgan angewiesen sind und keines erhalten.“ Der Bundestag müsse sich deshalb zeitnah mit dem Gesetzesvorschlag des Bundesrates zu einer Widerspruchslösung befassen.