Wie Berlin Denkmalschutz und Klimaschutz in Einklang bringen will

Solar-Anlagen stehen in der Hauptstadt auf dem Roten Rathaus oder dem Olympiastadion. Anträge werden nur selten abgelehnt, sagt der Kultursenator.

Auf dem Roten Rathaus von Berlin steht eine Photovoltaikanlage
Auf dem Roten Rathaus von Berlin steht eine Photovoltaikanlageimago/Jürgen Heinrich

Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) sieht keinen Gegensatz zwischen Denkmal- und Klimaschutz. In diesem Jahr seien in der Hauptstadt von bislang 130 Anträgen für den Bau von Solaranlagen auf denkmalgeschützten Bauten lediglich zehn abgelehnt worden, sagte Lederer in Berlin dem Evangelischen Pressedienst (epd).

„Für Fotovoltaik und Solarthermie am Baudenkmal gibt es jetzt einheitliche Leitlinien, die die Genehmigungspraxis regeln und beschleunigen sollen“, betonte der für Denkmalschutz zuständige Kultursenator. Im Vergleich zum Jahresbeginn 2022 könnten inzwischen viel mehr denkmalgeschützte Dächer mit Solaranlagen ausgestattet werden. „Grundsätzlich kann man sagen, dass sich Flachdächer besonders gut für Fotovoltaikanlagen eignen.“ Dies sei fast immer genehmigungsfähig.

Laut Landesdenkmalamt sind etwa zwölf Prozent der Berliner Dachflächen denkmalgeschützt. Davon sind 40 Prozent Flachdächer: „Fast alle Dächer, die städtebaulich nicht relevant sind, können mit Solaranlagen ausgestattet werden“, betonte Lederer.

Wo Berlins größte Anlage entsteht

„Wir begreifen Denkmalschutz und Klimaschutz im Kern nicht als Gegensatz.“ Egal ob auf großen Industriehallen, auf dem Roten Rathaus, dem Olympiastadion oder auf Schulen – effektiv arbeitende Solaranlagen könnten in den meisten Fällen installiert werden: „Auf der Messe Berlin – auch ein Denkmal – wird gerade die größte Anlage Berlins geplant.“ Dabei verwies Lederer darauf, dass alte Gebäude bereits durch ihre lange Nutzungsdauer „tendenziell eine positivere CO2-Bilanz haben als Neubauten“.

Grundsätzlich seien auch bei Baudenkmalen energetische Sanierungen möglich. Dazu gebe es beim Landesdenkmalamt entsprechende Energieberater. Für gelungene Beispiele der „Außenhüllenoptimierung“ und verbesserte Anlagentechnik verwies Lederer etwa auf die historische Wohnanlage „Bremer Höhe“ im Stadtteil Prenzlauer Berg und die Gebäude der Bötzow-Brauerei aus dem 19. Jahrhundert im selben Stadtteil.