Laut einer Umfrage der WDR-Sendung Sport Inside für eine TV-Dokumentation zur Fußball-Europameisterschaft wünscht sich offenbar jeder Fünfte Befragte mehr Spieler in der deutschen Nationalmannschaft mit weißer Hautfarbe. 21 Prozent der Befragten geben an, dass sie es besser fänden, wenn wieder mehr Spieler mit weißer Hautfarbe in der deutschen Nationalmannschaft spielen würden, wie der WDR am Samstag mitteilte. Die Mehrheit der Befragten (65 Prozent) habe dieser Aussage eher nicht oder überhaupt nicht zugestimmt. Zwei Drittel der Befragten äußern sich in der Umfrage positiv über die Zusammensetzung der Nationalmannschaft, wie es hieß. Demnach finden es 66 Prozent gut, dass in der deutschen Mannschaft mittlerweile viele Fußballer spielen, die einen Migrationshintergrund haben.
17 Prozent der Befragten finden es schade, dass der derzeitige Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft türkische Wurzeln hat. 67 Prozent stimmen dieser Aussage nicht zu. Ilkay Gündoğan, Sohn türkischer Einwanderer, ist seit Sommer 2023 Kapitän der DFB-Elf.
Sport Inside hat für den Film, der am 5. Juni im Ersten ausgestrahlt wird und bereits in der ARD Mediathek zu sehen ist, eine repräsentative Umfrage bei Infratest dimap in Auftrag gegeben. Befragt wurden nach WDR-Angaben 1.304 Wahlberechtigte in der Zeit vom 2. bis zum 3. April. Dabei zeigten sich Unterschiede zwischen Anhängern verschiedener politischer Parteien, hieß es. Unter Anhängern der AfD wünscht sich demnach knapp jeder Zweite (47 Prozent) eine „weißere“ Nationalmannschaft, unter Anhängern des Bündnis Sahra Wagenknecht sind es 38 Prozent. Die Zustimmungswerte von Anhängern der Union (18 Prozent), der SPD (14 Prozent) und der Grünen (fünf Prozent) fallen geringer aus.
Am 14. Juni beginnt in Deutschland die Fußball-Europameisterschaft der Männer, bei der 24 Nationen um den EM-Titel spielen. Für die Dokumentation „Einigkeit und Recht und Vielfalt“ geht Autor Philipp Awounou der Frage nach, wie sich der Migrationsanteil in der deutschen Nationalmannschaft in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt hat, wie der WDR erläuterte.