WDR-Intendantin Vernau für offenen Umgang mit Fehlern

WDR-Intendantin Katrin Vernau hat sich für einen offenen Umgang mit Fehlern im Programm ausgesprochen. Auf die Krise bei der BBC angesprochen, sagte Vernau bei der Rundfunkratssitzung am Freitag in Köln: „Die einzige Möglichkeit, keine Fehler zu machen, ist, die Arbeit sofort einzustellen.“ Der WDR veröffentliche täglich mehr als 1.000 Beiträge. Wenn der Sender dabei Fehler mache, sei es wichtig, „nicht um den heißen Brei herumzureden“. Prozesse und Strukturen müssten dann angepasst werden, damit derselbe Fehler zumindest nicht wiederholt werde.

Bei der britischen BBC sind der Intendant Tim Davie und die Nachrichtenchefin Deborah Turness nach einem fehlerhaften Bericht über US-Präsident Donald Trump und seine Rolle beim Sturm auf den Kongress am 6. Januar 2021 zurückgetreten. In der einstündigen Dokumentation waren Teile von Trumps Rede so zusammengeschnitten worden, dass es den Anschein hatte, als würde er ausdrücklich zu den Ausschreitungen im Kapitol aufrufen. Trump droht dem Sender mit einer Milliardenklage. Der BBC-Vorsitzende Samir Shah hat sich in einem persönlichen Brief an Trump entschuldigt.

Der Rundfunkrat wies am Freitag vier Programmbeschwerden zurück. Zwei Beschwerden richteten sich gegen Filme aus der Reihe „Die Story“, eine weitere gegen die Instagram-Moderation der „Quarks“-Redaktion und eine vierte gegen einen Online-Artikel über den ARD-Deutschlandtrend vom 4. Juni. Die Intendantin hatte alle vier Beschwerden zurückgewiesen, der Rundfunkrat schloss sich mehrheitlich dem Urteil der Intendantin an.

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