Was der Militärbischof dem künftigen Verteidigungsminister wünscht

Der Niedersachse Boris Pistorius wird überraschend Verteidigungsminister. Für seine bisherige Arbeit bekommt der 62-Jährige Lob – und vom Militärbischof Felmberg gute Wünsche.

Militärbischof Bernhard Felmberg
Militärbischof Bernhard Felmbergepd-bild / Rolf Zoellner

Der evangelische Militärbischof Bernhard Felmberg hat dem designierten Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) „viel Erfolg und gutes Geschick“ für sein Amt gewünscht. Es sei eine wichtige Aufgabe in herausfordernden Zeiten, sagte Felmberg in Berlin. Er freue sich auf gute Zusammenarbeit mit Pistorius zum Wohle der Soldatinnen und Soldaten. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sagte über seinen Landesinnenminister: „Deutschland bekommt einen sehr guten Verteidigungsminister – davon bin ich überzeugt.“

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte zuvor mitgeteilt, dass der 62-jährige Pistorius neuer Verteidigungsminister werden soll. Der Niedersachse folgt auf Christine Lambrecht (SPD), die um ihre Entlassung aus dem Amt gebeten hatte. Pistorius ist seit Februar 2013 Minister für Inneres und Sport in Niedersachsen. Zuvor war er sieben Jahre lang Oberbürgermeister von Osnabrück. Als Innenminister profilierte er sich unter anderem durch die Bekämpfung des islamischen Terrorismus und durch seine Asyl- und Flüchtlingspolitik. In seiner zehnjährigen Amtszeit als Innenminister erarbeitete er sich einen Ruf als zielstrebiger, pragmatischer und kenntnisreicher Fachpolitiker.

„Enger Draht zum Militär“

Ministerpräsident Weil sagte als langjähriger Dienstvorgesetzter des künftigen Verteidigungsministers, Pistorius habe auch schon bisher stets einen sehr guten und engen Draht zum Militär gehabt. Niedersachsen sei einer der größten Standorte der Bundeswehr in Deutschland. Als neuer Verteidigungsminister werde sich Pistorius mit aller Kraft für die Belange der Soldatinnen und Soldaten und für die Sicherheit der Menschen in Deutschland einsetzen.

Boris Pistorius, Verteidigungsminister in spe
Boris Pistorius, Verteidigungsminister in speImago / localpic

Auch die Gewerkschaft der Polizei gratulierte Pistorius zur geplanten Ernennung als Bundesminister. „Mit Boris Pistorius wechselt ein absoluter Fachmann für das Thema Sicherheit nach Berlin“, sagte der niedersächsische Landesvorsitzende Kevin Komolka: „Wir haben in den vergangenen Jahren immer sehr gut mit ihm zusammengearbeitet, wofür ich mich nur bedanken kann.“

Lob für Lambrecht

Für die evangelische Militärseelsorge sagte Militärbischof Felmberg, er habe die Entscheidung von Christine Lambrecht zum Rücktritt vom Ministeramt „mit Respekt, aber auch mit großem Bedauern“ zur Kenntnis genommen. Er dankte der SPD-Politikerin für deren Unterstützung der Militärseelsorge und ihr Bekenntnis zum Lebenskundlichen Unterricht in der Bundeswehr, der von Seelsorgerinnen und Seelsorgern abgehalten wird. „Für ihre augenblickliche Situation und ihre Zukunft wünsche ich Frau Lambrecht Gottes Segen.“