Feiertag schnell erklärt

Warum feiern wir Himmelfahrt?

Die Bibel beschreibt, wie Jesus an diesem Tag von einer Wolke aufgenommen wurde. Als wirkliche Reise wird das Ereignis aber heute nicht mehr verstanden.

An Christi Himmelfahrt nimmt eine Wolke Jesus auf

40 Tage nach Ostern feiern die Christen das Fest Christi Himmelfahrt. Das Geschehen ist in der Bibel beschrieben, sowohl im Lukas-Evangelium als auch in der von Lukas verfassten Apostelgeschichte. Nachdem Jesus mit seinen Jüngern gesprochen hatte, so heißt es dort, „wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken“.

Himmelfahrt wird allerdings in der Theologie kaum noch wörtlich als wirkliche Reise verstanden. Der Himmel ist danach kein geografischer Ort, sondern der Herrschaftsbereich Gottes. Wenn es im Glaubensbekenntnis heißt „aufgefahren in den Himmel“, bedeutet dies nach christlichem Verständnis, dass der auferstandene Christus „bei Gott ist“.

Was „Himmel“ bedeutet

Himmelfahrt wird so auch als Symbol der Wandlung und spirituellen Entwicklung der Persönlichkeit gedeutet. Theologen verweisen zur Erläuterung auf den englischen Sprachraum, wo es für das deutsche Wort Himmel zwei Begriffe gibt: „sky“ (profan) und „heaven“ (religiös). Der Tag wird in den Kirchen traditionell mit Gottesdiensten in Pfarrgärten, im Wald und auf Bergen gefeiert.

Darstellung von Christi Himmelfahrt mit Taube als Symbol des Heiligen Geistes in der Kreuzkirche in Herne. Foto: Bertold Fernkorn / epd

Die Feier der Himmelfahrt Christi war in den ersten Jahrhunderten mit dem Pfingstfest verbunden. Seit dem vierten Jahrhundert entwickelte sich ein eigenständiges Fest. In Deutschland ist Christi Himmelfahrt gesetzlicher Feiertag.

Im Umfeld des Himmelfahrtstages finden normalerweise an vielen Orten Prozessionen durch Felder oder Weinberge statt, bei denen die Gläubigen um ein gutes Erntejahr beten.

Vatertag in Holland erfunden

Seit dem 17. Jahrhundert gibt es Berichte, wonach diese Umzüge ihren religiösen Sinn verloren und in Trinkgelagen endeten. Daraus entwickelten sich seit dem 19. Jahrhundert in manchen Großstädten „Schinkentouren“: Fuhrunternehmer organisierten Ausflugsfahrten mit Pferdefuhrwerken aufs Land. Frauen waren bei diesen Herrenpartien nicht zugelassen. In den 1930er Jahren propagierten holländische Zigarrenfabrikanten und Metzger am Himmelfahrtstag den „Vatertag“ als Gegenstück zum etablierten Muttertag. (KNA/epd)

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