Warum es nicht bekloppt ist, an Gott zu glauben

Buchtipp
Warum es nicht bekloppt ist, an Gott zu glauben

„Leck mich am Arsch, Sisyphos, der Stein ist oben“ – der katholische Diakon und Kabarettist Willibert Pauels liebt eine deftige Sprache, auch in Glaubensdingen. In seinem neuen Buch „Lachen. Leiden. Lust am Leben. Die befreiende Kraft der Religion“ geht es daher auf angenehme Weise irdisch zu, auch wenn „letzte Dinge“ verhandelt werden.
Gern hätte Pauels dem Buch den oben zitierten Satz als Titel gegeben. Warum? Weil er gegen die Trostlosigkeit des Atheismus anschreibt, die im Leben auf dieser Erde nur eine Anhäufung von Zellen sieht und dem Tod das letzte Wort lässt. Der griechische Sagenheld Sisyphos, der immer wieder aufs Neue vergeblich einen schweren Stein den Berg hinaufwälzen muss, steht symbolisch für die hoffnungslose Sinnleere dieser Lebenseinstellung. Pauels setzt dagegen ein leidenschaftliches Plädoyer für ein sinnvolles Leben im Vertrauen auf Gott – auch wenn es dabei nicht immer geradeaus geht.
Als jahrelanger Büttenredner verpackt der katholische Theologe seine Gedanken in humorvolle, leichte und verständliche  Sprache. Witze gibt es jede Menge – über das Leben allgemein und die Religion im B    esonderen. Und über den Tod; denn der ist nach Pauels Überzeugung nur ein Wechsel der Räume.
Aber längst nicht alles ist lustig in Pauels Buch. Der Autor, der selbst jahrelang an Depressionen litt, klammert die Frage nach dem Leid nicht aus, sondern widmet ihr ein ganzes Kapitel. Darin öffnet er verschiedene Zugänge zu der Frage, wie Gott das Leid in der Welt zulassen kann und wie Menschen mit Leiderfahrungen umgehen können, ohne eine endgültige Lösung anzubieten.
Manches in Pauels Buch ist arg katholisch, manches bleibt an der Oberfläche. Trotzdem ist das Buch empfehlenswert: Es nimmt mit auf eine manchmal heitere, manchmal tiefsinnige Reise durch das Leben aus der Sicht eines überzeugten Christen. Und  das tut ab und zu einfach gut.

Willibert Pauels: Lachen. Leiden. Lust am Leben. Die befreiende Kraft der Religion. Gütersloher Verlagshaus, 221 Seiten, 20 Euro.

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