Bei der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus im Hessischen Landtag hat Parlamentspräsidentin Astrid Wallmann (CDU) die Bedeutung der Erinnerungskultur für die Stärkung der Demokratie herausgestellt. „Historische Verantwortung zu übernehmen, bedeutet, hier und heute entschieden gegen Antisemitismus und alle Formen des Extremismus einzuschreiten und sich für unsere freiheitlichen demokratischen Werte einzusetzen“, sagte sie am Dienstag in Wiesbaden. Die Veranstaltung hatte der Hessische Landtag gemeinsam mit Ministerpräsident Boris Rhein(CDU) sowie dem Landeswohlfahrtsverband (LWV) Hessen, dem Hessischen Städtetag, dem Hessischen Städte- und Gemeindebund und dem Hessischen Landkreistag ausgerichtet.
Die unverminderte Aktualität der Bewahrung der Erinnerung an die Verbrechen des Holocaust betonte Emile Schrijver, Generaldirektor des Jüdischen Kulturviertels in Amsterdam und verantwortlich für das Holocaust-Museum, in seiner Ansprache. „Wir leben in einer Zeit, in der der Holocaust für viele nicht länger als singulärer Referenzpunkt für das Ausmaß von Gewalt, Ausgrenzung und Vernichtung gilt, zu dem Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit führen können“, sagte er. Der Holocaust werde teilweise geleugnet oder relativiert und Kritik an der Politik des Staates Israel werde zunehmend auf Juden in der Diaspora projiziert.
Ministerpräsident Rhein erinnerte während des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus an die Notwendigkeit von Menschlichkeit und Empathie: „Dieser Tag mahnt uns und zeigt, wohin Gleichgültigkeit und Wegsehen, wohin Hass und Ausgrenzung und das schrittweise Aushöhlen von Menschlichkeit, Recht und Demokratie führen können.“