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Virtuelle Führungen für Schüler durch KZ-Gedenkstätte Auschwitz

Mit dem Projekt “Auschwitz. In front of your eyes” geht die Auschwitz-Birkenau Foundation neue, virtuelle Wege der Geschichtsvermittlung. Das Land Baden-Württemberg übernehme hier eine Vorreiterrolle in Deutschland.

Als erstes Bundesland ermöglicht Baden-Württemberg nach eigenen Angaben Schulen virtuelle Führungen durch das vor 81 Jahren befreite ehemalige NS-Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. “Es ist bedrückend, wie viele junge Menschen kaum noch etwas über den Holocaust – diesen monströsen Zivilisationsbruch – wissen”, erklärte Kultusministerin Theresa Schopper in Stuttgart.

An diesem Dienstag starte ein neues Angebot für die Schulen in Baden-Württemberg. Gemeinsam mit der Auschwitz-Birkenau Foundation ermögliche man den Schulen mit virtuellen Führungen durch die KZ-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau ein “erschütterndes Begreifen”.

Wojciech Soczewica, Generaldirektor der Auschwitz-Birkenau Foundation, sagte, Baden-Württemberg übernehme hier eine Vorreiterrolle: “Es zeigt, wie moderne Technologie genutzt werden kann, um der jungen Generation die Geschichte von Auschwitz unmittelbar nahezubringen.” Dies sei wichtig angesichts einer wachsenden Zahl antisemitischer Vorfälle. Die Stiftung Auschwitz-Birkenau könne in Zusammenarbeit mit Baden-Württemberg das virtuelle Angebot “Auschwitz. In front of your eyes” nun gezielt in die Schulen tragen.

Er hoffe sehr, dass dieses Beispiel Schule mache, sagte Soczewica. “Nur wenn sich weitere Länder und Staaten zu einem solch klaren Engagement bekennen, können wir sicherstellen, dass die Lehren der Vergangenheit auch in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Spannungen ein Fundament für Demokratie und Humanität bleiben.”

Mit dem Projekt “Auschwitz. In front of your eyes” gehe die Auschwitz-Birkenau Foundation neue Wege der Geschichtsvermittlung. Bei der virtuellen Führung gehen speziell geschulte deutschsprachige Guides mit einer Kamera durch die Anlagen, erläutern die Stationen und beantworten auch Fragen. Dadurch könnten auch Bereiche des Lagers gezeigt werden, die für Besucher vor Ort nicht zugänglich seien. Die etwa zweistündigen Führungen würden durch Videoeinspielungen und Zeitzeugeninterviews ergänzt.

Ministerin Schopper sagte: “Die virtuellen Führungen durch Auschwitz sind ein wichtiger Baustein, um den Schülerinnen und Schülern eindrücklich vor Augen zu führen, was nie hätte geschehen dürfen – und was sich niemals wiederholen darf.”