Diebstahl

Vier gestohlene Stolpersteine in Güstrow werden ersetzt

In kurzer Zeit war genug Geld gespendet worden, um die Steine zu ersetzen. Es war sogar noch Geld übrige für weiteres Gedenken.

In Güstrow werden neue Stolpersteine verlegt (Symbolbild)

Güstrow. Ein halbes Jahr nach dem Diebstahl von vier Stolpersteinen für NS-Opfer in Güstrow sollen am Mittwoch, 16. Juni, Ersatz-Stolpersteine verlegt werden. Diese Messingplatten sollen an Max Jacobsohn (1884-1942), Hans Jacobsohn (1927-1942), Herta Jacobsohn (1913-1942) und Lieschen Ehrlich (1888-1942) erinnern, wie die Initiative „Jüdisches Gedenken in Güstrow“ mitteilt. Die gesamte Familie war wegen ihrer jüdischen Religionszugehörigkeit am 10. Juli 1942 ins KZ Auschwitz deportiert und dort ermordet worden. Die in den Jahren 2009 und 2010 für sie verlegten Stolpersteine vor der Hansenstraße 1 waren in der Nacht zum 12. Dezember 2020 gestohlen worden.

„Mit Betroffenheit und Trauer reagierten wir auf diese antisemitische Tat, die wir zutiefst verurteilen“, so die Initiative. Umso erfreulicher sei die große Spendenbereitschaft der Menschen aus Güstrow und dem Umland, die unmittelbar nach dem Diebstahl eingesetzt habe. Innerhalb kürzester Zeit sei das Geld für die vier gestohlenen Stolpersteine zusammengekommen.

Mehr als 2.000 Euro eingenommen

Beim Kunst- und Altertumsverein Güstrow, der die Spendensammlung für die Initiative „Jüdisches Gedenken in Güstrow“ organisierte, gingen den Angaben zufolge rund 2.000 Euro von mehr als 50 Spendern ein. Damit sei es möglich, die vier entwendeten Stolpersteine zu ersetzen sowie elf weitere Stolpersteine in Güstrow zu verlegen, hieß es.

Max Jacobsohn kam 1910 nach Güstrow und betrieb dort ein Ledergeschäft. Er war der letzte Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Güstrows. (epd)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren