Verband: In MV fehlen Plätze in Frauenhäusern

Der Paritätische Wohlfahrtsverband Mecklenburg-Vorpommern fordert anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen (25. November) ein stärkeres Hilfenetz. Trotz des vorhandenen Beratungs- und Hilfeangebotes für Betroffene häuslicher und sexualisierter Gewalt gebe es noch viele Lücken, weil etwa Personal und Unterbringungskapazitäten in Frauenhäusern fehlten, wie der Verband am Freitag mitteilte. 2022 seien landesweit im Beratungs- und Hilfenetz bei häuslicher und sexualisierter Gewalt 4.872 Frauen unterstützt worden, fast 1.000 Frauen mehr als im Jahr zuvor.

„Die Frauenhäuser sind voll“, sagt Ulrike Bartel, Geschäftsführerin des Rostocker Vereins „Stark machen“. In den neun Frauenhäusern sei Platz für 60 Frauen. Gemäß der Istanbul-Konvention, mit der sich Deutschland 2018 verpflichtet hat, gegen jede Form von Gewalt an Frauen und Mädchen vorzugehen, müssten es bei den 1,6 Millionen Einwohnern in MV 160 Frauenhausplätze sein. Auch die Beratungsstellen würden mit Wartelisten arbeiten, „die immer länger werden“, sagte Bartel.

Noch dazu sei die Dunkelziffer von Frauen, die sich keine Hilfe holen, hoch. Vor diesem Hintergrund seien Prävention, Aufklärung und Information über Hilfe und Unterstützung für die Betroffenen enorm wichtig, hieß es. Auch die Gesellschaft insgesamt müsse sensibilisiert werden.

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