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US-Dachorganisation für Öffentlich-Rechtliche löst sich auf

Die Corporation for Public Broadcasting finanzierte in den USA lokales TV und Radio und die berühmte “Sesamstraße”. Wegen der Trump-Regierung löst sie sich jetzt auf.

Die Corporation for Public Broadcasting finanzierte in den USA lokales TV und Radio und Programme wie die berühmte "Sesamstraße"
Die Corporation for Public Broadcasting finanzierte in den USA lokales TV und Radio und Programme wie die berühmte "Sesamstraße"imago / Zoonar

Der Ausstieg der US-Bundesregierung aus der Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in den USA hat weitere Konsequenzen. Die Corporation for Public Broadcasting (CPB) hat ihre Selbstauflösung beschlossen. Die 1967 vom US-Kongress gegründete gemeinnützige Organisation war für die Verteilung der Fördermittel aus dem Bundeshaushalt an die einzelnen Fernsehsender und Radiostationen verantwortlich und förderte Programme wie die weltweit erfolgreiche Kindersendung “Sesamstraße”.

Auf Druck von US-Präsident Donald Trump hatte der Kongress im vergangenen Jahr alle bereits zugesagten Mittel für die Sender des Public Broadcasting Service (PBS) und von National Public Radio (NPR) sowie für den Auslandsrundfunk zurückgezogen. Dies und die “andauernden politischen Angriffe auf CPB machen es unmöglich, dass wir unsere eigentlich im Public Broadcasting Act festgelegten Aufgaben erfüllen”, erklärte CPB.

Demokratische Werte schützen

“CPB hat über ein halbes Jahrhundert garantiert, dass alle Amerikaner unabhängig von ihrem privaten Hintergrund, Einkommen oder der Region, in der sie leben, Zugang zu vertrauenswürdigen Nachrichten, Bildungsangeboten und lokaler Berichterstattung hatten”, so CPB-Chefin Patricia Harrison. Nun löse sich CPB auf, “um die Integrität des öffentlich-rechtlichen Mediensystems und demokratische Werte zu schützen”. Es mache keinen Sinn, als nicht finanzierte Organisation weiter zu existieren und weiterhin ein Ziel für Angriffe oder Manipulationen der Trump-Administration zu bieten, sagte Harrison.

CPB hat nach eigenen Angaben über die Jahre ein US-weites Netz aus mehr als 1.500 lokalen TV- und Radiostationen aufgebaut. Bislang flossen über CPB jährlich rund 270 Millionen US-Dollar an lokale Fernsehsender, 97 Millionen Dollar in TV-Produktionen, weitere 120 Millionen Dollar standen für Radiostationen und -programme zur Verfügung. CPB sicherte nach eigenen Angaben Notfallinformationen bei Naturkatastrophen und förderte durch die unterstützten Medienangebote den Zusammenhalt und die zivilgesellschaftliche Partizipation gerade in ländlichen Regionen.