Studie belegt: Lachen steckt an

Wenn andere lachen, fällt es schwer, selbst ernst zu bleiben. Göttinger Forscher zeigen, wie stark unser Lachen von sozialen Signalen beeinflusst wird.
Studie belegt: Lachen steckt an
Selbst kleine Gesichtsmuskeln reagieren auf das Lachen anderer, zeigt aktuelle Forschung aus Göttingen - Imago / Westend61
Wenn andere Menschen lachen, lässt sich das eigene Lachen nur schwer unterdrücken. Diese weitverbreitete Meinung wird durch eine aktuelle Studie der Universität Göttingen nun wissenschaftlich erhärtet. Ein Forschungsteam der Hochschule hat dafür untersucht, wie Menschen ihr Lachen regulieren können. „Soziale Signale wie das Lachen anderer machen es viel schwieriger, das eigene Lachen zu kontrollieren“, sagte Anne Schacht vom Georg-Elias-Müller-Institut für Psychologie der Göttinger Uni. „Das ist ein eindrucksvoller Beleg dafür, wie stark unsere Emotionen sozial beeinflusst sind.“ Im Alltag und im Beruf gebe es viele Situationen, in denen Lachen unangebracht sei, erklärten die Forscher. Sich ein Lachen verkneifen zu können, sei daher eine wichtige Kompetenz: „Trotzdem fällt es oft schwer.“

Studie zeigt, wie schwer Lachen bewusst zu kontrollieren ist

An den Experimenten der Wissenschaftler beteiligten sich 121 Testpersonen. Dabei zeichnete ein Gerät die Aktivitäten der Muskeln im Gesicht der Probanden beim Lächeln und Lachen auf - selbst winzige Regungen, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Die Versuchspersonen hörten sich beispielsweise Witze an und sollten dabei verschiedene Strategien anwenden, um möglichst nicht zu lachen: durch Ablenkung durch ein buntes Plakat mit versteckten Objekten, durch eine absichtliche Unterdrückung ihrer Mimik oder durch eine Neubewertung der Witze durch eine weniger amüsante Interpretation. Die Strategien erwiesen sich den Angaben zufolge als unterschiedlich wirksam. Ablenkung und Unterdrückung hätten die mit Lachen verbundenen Aktivitäten der Gesichtsmuskeln in den Experimenten am stärksten reduziert, hieß es. Auch eine veränderte Interpretation der Situation könne das Gefühl von Belustigung abschwächen. „Doch selbst solche effektiven Strategien können an ihre Grenzen stoßen“, sagte Schacht.

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