UNHCR: Menschen im Sudan müssen für Flucht bezahlen

Im Sudan hat sich die Lage zuletzt zugespitzt. Nun scheint eine Waffenruhe möglich - aber vor allem geht es laut dem UN-Hilfswerk UNHCR darum, die Menschen in Sicherheit zu bringen.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR ringt im Sudan um den Schutz für die Menschen in der belagerten Stadt El Fasher. Allen Zivilisten müsse die Möglichkeiten gegeben werden, sich in Sicherheit zu bringen, sagte der UNHCR-Vertreter im Sudan, Abubakarr Jalloh, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) bei seinem Besuch in Berlin; und: "Wir wissen, dass die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) die Menschen bezahlen lässt, um fliehen zu dürfen".

"Bisher können wir nur denen helfen, die aus der Stadt herausgekommen sind", so Jalloh weiter. Es gebe nur wenige Hilfswerke in El Fasher. "Die Lage ist zu gefährlich. Der Chef einer Partnerorganisation wurde kürzlich getötet." Aber es gebe viele Organisationen im Sudan, die zu sofortiger Hilfe bereit seien. Die UN allein hätten mehr als 40 Lastwagen mit Hilfsgütern in Warteposition in der Nähe.

Zudem gebe es viele Regionen, in denen aktuell nicht gekämpft wird, die aber in Schutt und Asche liegen, berichtete Jalloh. Die Infrastruktur dort sei systematisch zerstört worden. Hier fehle es an allem, an Elektrizität, Gesundheits- und Bildungseinrichtungen. Der UN-Vertreter: "Aufgrund der unzähligen Landminen haben wir große Sicherheitsbedenken." Deutschland könne dort mit seiner großen Expertise in der Minenräumung helfen.

Im Sudan kämpfen seit April 2023 Regierungstruppen mit Paramilitärs um die Macht. Ende Oktober brachten die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) El Fasher, die strategisch bedeutsame Regionalhauptstadt der Region Nord-Darfur, unter ihre Kontrolle. Laut Schätzungen sind dort noch rund 200.000 Menschen eingeschlossen.

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