Trotz einer ersten Lieferung herrscht nach UN-Angaben im Gazastreifen weiterhin ein dramatischer Treibstoffmangel. Die am Mittwoch von Israel zugelassene Lieferung von rund 23.000 Litern Dieselkraftstoff decke neun Prozent dessen, was "täglich zur Aufrechterhaltung lebensrettender Maßnahmen" benötigt werde, erklärte Thomas White, Gaza-Direktor des UN-Flüchtlingshilfswerks für die Palästinenser (UNRWA) am Mittwoch auf der Plattform X. Es handelte sich um die erste Treibstoffeinfuhr in den Gazastreifen seit Kriegsbeginn am 7. Oktober.
Zuvor hatte UNRWA-Generalsekretär Philippe Lazzarini die israelischen Behinderungen bei der dringen benötigten Treibstoffeinfuhr kritisiert. Es würden täglich 160.000 Liter Treibstoff gebraucht, um die humanitäre Hilfe aufrecht zu erhalten. "Es ist entsetzlich, dass Treibstoff weiterhin als Kriegswaffe eingesetzt wird", so Lazzarini. Die geringe Menge gelieferten Treibstoffs könne zudem "nicht für die gesamte humanitäre Hilfe verwendet werden, auch nicht für medizinische und Wasserversorgungseinrichtungen oder die Arbeit des UNRWA".
Lazzarini schätzte, dass am Mittwoch bis zum Tagesende rund 70 Prozent der Menschen im Gazastreifen kein sauberes Wasser mehr haben werden, da wichtige Einrichtungen wie Wasserentsalzungsanlagen und Klärwerke nicht mehr in Betrieb seien. Er rief die israelischen Behörden auf, den aus dem humanitären Völkerrecht resultierenden Verpflichtungen nachzukommen, und die Lieferung der benötigten Menge zu genehmigen.