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UN-Behörde will EU bei der Migrationswende unterstützen

Im Juni soll das neue EU-Asylsystem in Kraft treten. Staaten wie Deutschland dringen auf schnellere Abschiebungen abgelehnter Bewerber. Auch die Vereinten Nationen wollen das Verfahren nun begleiten.

Die Migrationsbehörde der Vereinten Nationen will die EU-Staaten bei der Umsetzung ihrer Asylrechtsreform unterstützen, die im Juni in Kraft treten soll. Das teilte die Generaldirektorin der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in Genf, Amy Pope, am Freitag nach einem dreitägigen Zypernbesuch mit. Man wolle mit der weltweiten Erfahrung und dem Zugang zu verlässlichen Daten sicherstellen, dass die entsprechenden EU-Maßnahmen auf Tatsachen, dem internationalen Recht und humanitären Prinzipien fußten, erklärte Pope.

Am Donnerstag hatten die EU-Innenminister bei einem Treffen auf Zypern über eine Verschärfung der Migrationspolitik beraten. Im Mittelpunkt standen schnellere Abschiebungen und sogenannte Return Hubs, Rückkehrzentren in Drittstaaten wie Uganda. Zypern hat von Jahresbeginn bis Ende Juni die EU-Ratspräsidentschaft inne.

Pope kam nach eigenen Angaben während ihres Besuchs mit Vertretern Zyperns, Italiens, Griechenlands und Estlands zusammen, außerdem mit hochrangigen Beamten der EU-Asylagentur und der Grenzschutzagentur Frontex. Es sei darum gegangen, Bemühungen zu koordinieren, die künftig die Zuwanderungssteuerung in Europa prägen würden, hieß es in der Mitteilung.