Mit der angekündigten Phase zwei des Gaza-Friedensplans soll auch der Wiederaufbau beginnen. Eine Hürde bleibt die Ablehnung der Zwei-Staaten-Lösung durch Israel.
UN-Generalsekretär António Guterres begrüßt die von den USA angekündigte zweite Phase eines 20-Punkte-Plans zur Beendigung des Gaza-Kriegs, darunter die Einrichtung einer technokratischen Übergangsregierung und eines nationalen Komitees für die Verwaltung des Gazastreifens.
Jede Initiative, die das Leid der Zivilbevölkerung lindern, den Wiederaufbau unterstützen und eine glaubwürdige politische Perspektive fördern helfe, sei eine positive Entwicklung, erklärte ein Sprecher am Donnerstagnachmittag in New York. Die Vereinten Nationen unterstützten weiterhin alle Bemühungen, Besatzung und Konflikt zu beenden und eine Zwei-Staaten-Lösung zu erreichen, so Vizesprecher Farhan Haq.
In einer ersten Reaktion nach der Ankündigung der neuen Phase durch den US-Sondergesandten Steve Witkoff am Mittwoch hatte UN-Sprecher Stéphane Dujarric auch an Defizite in der Umsetzung des ersten Teils seit dem Waffenstillstand vom 10. Oktober erinnert. Alle Konfliktparteien hätten “eine Chance erhalten, die sie nutzen müssen”, mahnte Dujarric.
Unterdessen machte sich der Leiter des Büros für Projektdienste der Vereinten Nationen (UNOPS), Jorge Moreira da Silva, am Donnerstag ein Bild über die Lage im Gazastreifen mit Blick auf den Wiederaufbau. In dem ehemals dicht besiedelten Kriegsgebiet lägen mehr als 60 Millionen Tonnen Schutt, statistisch also 30 Tonnen pro Einwohner. Es werde voraussichtlich mehr als sieben Jahre dauern, um die Trümmer zu beseitigen, schätzte da Silva.
UNOPS will gemeinsam mit Partnern bei den Aufräumarbeiten, der Wiederherstellung der Energieversorgung, der Abfallentsorgung und der Bereitstellung von Unterkünften helfen. Unabhängig von dem im Friedensplan vorgesehenen Fahrplan müssten schon jetzt erste Wiederaufbaumaßnahmen beginnen, betonte da Silva. Dazu gehöre die Wiederherstellung des Zugangs zu grundlegenden Dienstleistungen.
Besonders wies da Silva auf die Lieferung von Treibstoff durch UNOPS hin. Treibstoff sei “das Rückgrat der humanitären Hilfe im Gazastreifen”, weil unverzichtbar für Krankenhäuser und Rettungskräfte, Wasser- und Abwassersysteme, die Verteilung von Nahrungsmitteln und die Kommunikation. Teams verschiedener UN-Organisationen arbeiteten auch in der Räumung nicht explodierter Kampfmittel. Für einen verbesserten Zugang humanitärer Hilfe forderte da Silva die Öffnung aller Grenzübergänge, auch eines direkten Korridors nach Jordanien.