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Umfrage: Zwei Drittel sorgen sich vor Krieg mit deutscher Beteiligung

Russlands Krieg in der Ukraine und sinkendes Vertrauen in die Nato: Laut einer neuen Umfrage nimmt das Sicherheitsgefühl in Deutschland ab. Doch in einem Punkt herrscht auch Optimismus.

Zwei Drittel der Deutschen sehen die USA als Gefahr für den Weltfrieden (Symbolbild)
Zwei Drittel der Deutschen sehen die USA als Gefahr für den Weltfrieden (Symbolbild)Imago / photothek

Das Sicherheitsgefühl in Deutschland hat laut einer neuen Studie abgenommen. 55 Prozent der Befragten fühlen sich im Allgemeinen sicher, heißt es in Berlin vorgestellten Sicherheitsreport des Institutes für Demoskopie Allensbach. Vergangenes Jahr waren es noch 60 Prozent. Dabei haben über zwei Drittel der Befragten Angst davor, dass Deutschland direkt an militärischen Konflikten beteiligt werden könnte.

Kriegsangst wächst wegen Misstrauen gegenüber den USA

Als größte potenzielle Gefahr für den Frieden in der Welt wird der Studie zufolge Russland betrachtet. Doch während die Bevölkerung in den vergangenen Jahren nach Russland besonders China, Nordkorea und den Iran genannt hat, sind es nun vor allem die USA. Zwei Drittel der Befragten sehen die Vereinigten Staaten als Gefahr, vergangenes Jahr waren es nur knapp die Hälfte.

Umfrage zeigt: Kriegssorgen mindern Zuversicht in Verteidigung

Zudem ist laut der Umfrage das Vertrauen in die Nato gesunken. Noch vor einem Jahr waren dabei 56 Prozent der Bevölkerung zuversichtlich, dass die Nato einen russischen Angriff auf ein Mitgliedsland erfolgreich abwehren könnte. Aktuell glauben das nur noch 42 Prozent. Optimistisch zeigen sich viele Studienteilnehmer in Bezug auf die Bundeswehr. 56 Prozent glauben daran, dass die Bundeswehr in den nächsten Jahren deutlich gestärkt werden könne. Vor zwei Jahren waren lediglich 38 Prozent dieser Meinung.

Darüber hinaus spricht sich in der Umfrage eine Mehrheit für die Wiedereinführung der Wehrpflicht aus. In der Frage, ob man zunächst auf Freiwilligkeit setzen oder möglichst rasch zu einem verpflichtenden Wehrdienst zurückkehren sollte, ist die Bevölkerung demnach aber gespalten – 43 Prozent votieren für Freiwilligkeit, 41 Prozent für eine schnelle Rückkehr.

Sicherheitsreport zeigt veränderten Blick auf Dienstjahr

Einen breiten Konsens gibt es laut Studie dagegen in Bezug auf den Vorschlag, ein allgemein verpflichtendes Dienstjahr für Schulabgänger einzuführen. Wenn junge Frauen und Männer für ein Jahr verpflichtet würden, aber die Wahl hätten zwischen Bundeswehr und zivilen Diensten, so werde dieser Vorschlag von 72 Prozent der Befragten unterstützt.

Der Sicherheitsreport 2026 stützt sich nach Angaben des Institutes für Demoskopie Allensbach auf insgesamt 1.077 Interviews mit einem repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung ab 16 Jahre. Die Befragung sei zwischen dem 6. und 19. Januar 2026 durchgeführt worden.