Tippen statt denken: KI senkt nach Einschätzung von Lehrkräften massiv die Leistungsbereitschaft von Schülerinnen und Schülern. Die Pädagogen sehen Chancen wie Risiken.
Künstliche Intelligenz (KI) verändert laut einer Lehrerumfrage massiv das Lern- und Arbeitsverhalten von Schülerinnen und Schülern. Zu beobachten sei ein starker Rückgang der Eigenleistung bei Hausaufgaben und Projekten, ergab nach einem Bericht der "Rheinischen Post" eine nicht-repräsentative Befragung des Philologenverbands Nordrhein-Westfalen. Die Leistungsbereitschaft sinke rapide. Und: "Leistungsstarke Schülerinnen und Schüler profitieren, leistungsschwache sinken weiter ab." An der Umfrage nahmen im Oktober 1.509 Lehrkräfte teil, wie es hieß.
Eine generell negative Haltung gegenüber Künstlicher Intelligenz in der Schule offenbaren die Lehrkräfte den Angaben zufolge nicht. So nutzten inzwischen 48 Prozent von ihnen KI-Anwendungen gelegentlich und 15 Prozent regelmäßig im Unterricht. 17 Prozent der Lehrer lehnten sie grundsätzlich ab; bei einer früheren Befragung im Jahr 2023 war es noch etwa ein Drittel. 93 Prozent der Befragten bezeichneten aber die "intransparente Eigenleistung von Schülerinnen und Schülern" als Herausforderung; für Lehrkräfte sei häufig unklar, ob der Chatbot oder die jungen Leute die Arbeit erledigt haben.
"Künstliche Intelligenz birgt nicht nur Chancen, sondern auch Risiken", sagte die NRW-Landeschefin des Philologenverbands, Sabine Mistler. "Das müssen wir immer mitbedenken, wenn wir uns über weitere Einsatzmöglichkeiten Gedanken machen."